Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Trump stellt schöne neue Handelswelt in Aussicht, der China-Virus breitet sich aus, Europas Aktien geben Gewinne wieder ab, Italien wappnet sich für einen Premier Salvini, und Saudi-Prinz hackte womöglich reichsten Mann der Welt. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump stellt schöne neue Handelswelt in Aussicht

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag bei seiner Eröffnungsrede in Davos seine Wirtschafts- und Handelspolitik als Vorbild für die Welt angepriesen und den Klimawandel - das beherrschende Thema der Veranstaltung - weitestgehend mit Nichtachtung gestraft. Dafür sandte er warmherzige Botschaften an die Europäer, die fast drei Jahre lang seine Drohungen zu Zöllen auf alles - von Autos bis Camembert - ertragen mussten. Er freue sich darauf, “einen gewaltigen neuen Deal mit dem Vereinigten Königreich” und seinem “wunderbaren neuen Premierminister” auszuhandeln. Dann räumte er ein, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als “sehr harte Verhandlungspartnerin” bekannt sei, “was für uns eine schlechte Nachricht ist, da wir über ein großes Handelsabkommen sprechen werden”.

Der China-Virus breitet sich aus

China hat seine Bemühungen zur Eindämmung des neuen Atemwegsvirus verstärkt. Die Behörden verschärften die Überwachung der Verkehrsverbindungen und ordneten eine fast vollständige Schließung der zentral gelegenen Stadt Wuhan an, in der das Virus seinen Ursprung hat. Hongkong, die Finanzhauptstadt Asiens, meldete ihren ersten Fall der tödlichen Krankheit, die bislang neun Todesopfer forderte. Auch in den USA wurde die erste Diagnose gestellt. Investoren zeigten sich erleichtert, als Chinas Nationale Gesundheitskommission in einer Informationsveranstaltung am Mittwoch einen detaillierten Einblick in ihre Maßnahmen gab. Titel des Antibiotika-Entwicklers Novavax waren am Dienstag um bis zu 61% gestiegen.

Europas Aktien geben Gewinne wieder ab

Der Stoxx-Europe-600-Index eröffnete höher in Folge von Gewinnen in Asien, nachdem China Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vorgestellt hatte. Inmitten gemischter Unternehmenszahlen ging das Plus später fast vollständig verloren. In Italien fielen aufgrund der jüngsten politischen Turbulenzen sowohl Staatsanleihen als auch Bankaktien. In Deutschland brachen K+S nach einer Senkung des Kursziels bei BofA ein. Varta verloren nach einer Herabstufung bei der Commerzbank. Daimler fielen nach Bekanntgabe von Zahlen für 2019, die die Erwartungen verfehlten.

Italien wappnet sich für einen Premier Salvini

Luigi Di Maio steht kurz vor seinem Rücktritt als Chef von Italiens 5-Sterne-Bewegung, berichten italienische Medien. Der Außenminister könnte noch vor der sich abzeichnenden Niederlage bei Regionalwahlen am Sonntag hinwerfen, wolle sein Regierungsamt aber behalten, heißt es aus informierten Kreisen. Das würde die zerbrechliche Koalition von Premierminister Giuseppe Conte weiter belasten. Während der zweiten Regierung Conte seit September haben mehr als 20 5-Sterne-Angeordnete aufgegeben oder wurden aus der Partei geworfen, die sich in Umfragen auf 16% halbiert hat seit dem Wahlsieg 2018. Kaum stärker sind die Demokraten mit 19%, während die Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini auf 31% kommt. Die “Emilia rossa” mit ihrer Bastion Bologna ist wohl bald nicht mehr rot, schreibt Bloomberg-Kolumnist Ferdinando Giugliano.

Saudi-Prinz hackte womöglich reichsten Mann der Welt

Das Mobiltelefon von Amazon-Chef Jeff Bezos wurde nach einer WhatsApp-Konversation mit dem saudischen Prinzen Mohammed bin Salman gehackt, hieß es von zwei Personen, die mit einer Analyse des Sicherheitslecks vertraut sind. Ermittler fanden demnach Hinweise, dass eine unverdächtig erscheinende Nachricht des Prinzen an Bezos Mitte 2018 einen Code enthielt, der später einen Einbruch in das Telefon des Multimilliardärs ermöglichte. Die saudische Botschaft in den USA bezeichnete die Vorwürfe als “absurd”. Im Raum steht nun die Frage, was die Berichterstattung der in Bezos’ Besitz befindlichen Washington Post zur Verwicklung bin Salmans in die Ermordung von Jamal Khashoggi im Jahr 2018 mit der Trennung des Milliardärs von seiner langjährigen Frau und anschließenden Medienberichten über eine außereheliche Affäre des Amazon-Chefs zu tun hat. Diese stützten sich auf intime Textnachrichten zwischen Bezos und der ehemaligen Fernsehmoderatorin Lauren Sanchez.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

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