Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Kramp-Karrenbauer wirft das Handtuch, Coronavirus jetzt schlimmer als SARS, Europäische Aktien starten leichter in die Woche, Schweden kaufen Darmstädter Optik-Spezialisten Isra, und Sturm Sabine wütet in Deutschland. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Kramp-Karrenbauer wirft das Handtuch

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist zum Opfer der Zerrissenheit ihrer Partei geworden. Sie wird den Vorsitz aufgeben und nicht als Kandidatin für die Nachfolge von Angela Merkel als Bundeskanzlerin antreten. Als Gründe für ihren Rücktritt nannte sie das unklare Verhältnis ihrer Partei gegenüber AfD und der SED-Nachfolgepartei Die Linke. Nicht erst seit der Frage, ob die CDU in Thüringen dabei behilflich sein soll, Bodo Ramelow die Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten zu ermöglichen, ist die “Hufeisen-Theorie” der Partei unter Beschuss geraten, wonach eine symmetrische Abgrenzung zu den politischen Extremen notwendig sei. “Unser Äquidistanz-Mantra ist die Wurzel des Übels”, hatte die CDU-Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, Karin Prien, dem Spiegel gesagt. Nun bröckelt die Brandmauer der CDU links.

Coronavirus jetzt schlimmer als SARS

Die Zahl der Todesopfer durch den Coronavirus hat 910 erreicht und liegt damit höher als während der SARS-Erkrankung. Weltweit gibt es 40.614 bestätigte Fälle. Die Zahl der Infektionen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, das vor Japan unter Quarantäne gestellt wurde, hat sich auf 136 fast verdoppelt, was den größten Ausbruch außerhalb Chinas darstellt. Unterdessen erreichten Fälle, die auf eine Konferenz in Singapur zurückgeführt wurden, drei europäische Länder, und Großbritannien warnte vor einer ernsthaften, unmittelbaren Bedrohung der öffentlichen Gesundheit. Für Reeder wird der Coronavirus nicht nur wegen schwindender Gütermengen zu einem ernsthaften Problem und für Teile der Tech-Industrie hat der Albtraum gerade erst begonnen.

Europäische Aktien starten leichter in die Woche

Angesichts anhaltender Unsicherheit über die Auswirkungen des sich weiter ausbreitenden Coronavirus starteten die europäischen Aktien mit Verlusten in die Woche. Rückgänge bei Reise- und Technologieaktien zogen den Stoxx Europe 600 nach unten. Da die Coronavirus-Fälle außerhalb Chinas weiter zunehmen, halten Anleger nach Zeichen einer Stabilisierung bei der Ausbreitungsrate des Virus Ausschau. “Dieses Coronavirus scheint länger zu wirken, es infiziert mehr Menschen, und das Wachstum wird länger beeinträchtigt werden”, sagte Diana Mousina, Ökonomin bei AMP Capital Investors Ltd., gegenüber Bloomberg TV in Sydney. Im Dax gehörten Infineon, Automobiltitel und Lufthansa zu den größten Verlierern. Carl Zeiss Meditec verloren trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalsumsätze.

Schweden kaufen Darmstädter Optik-Spezialisten Isra

Angesichts eines Übernahmegebots inklusive Vereinbarung mit den Ankeraktionären sind die Aktien von Isra Vision um bis zu 47% in die Höhe geschnellt. Der schwedische Techologiekonzern Atlas Copco bietet 50,00 Euro in bar für die Aktie des Darmstädter Anbieters von hochauflösenden Kameras und LED-Systemen, die etwa bei Robotern in der Autoindustrie zum Einsatz kommen. Am Freitag hatten die Titel bei knapp 35 Euro geschlossen. Firmengründer und CEO Enis Ersü und weitere Mitglieder von Management und Aufsichtsrat, die gemeinsam fast 30% halten, haben bereits Andienungsvereinbarungen mit Atlas unterzeichnet. Das Übernahmeangebot erscheine attraktiv, das Risiko eines Scheiterns der Transaktion “gering bis null“, heißt es bei Hauck & Aufhäuser.

Sturm Sabine wütet in Deutschland

Hunderte von Flügen wurden gestrichen und Züge verkehrten nicht, als der Sturm Sabine, oder Ciara, wie er anderenorts genannt wird, über Europa hinwegfegte und Teile des Kontinents mit orkanartigen Winden erschütterte. In Teilen Deutschlands erreichten die Böen 140 Stundenkilometer, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte, und überstiegen damit die 120-Stundenkilometer-Schwelle eines Orkans der Kategorie 1. British Airways verzeichnete mit 4 Stunden und 56 Minuten ihren bisher schnellsten Flug von Nordamerika nach Europa. Die Deutsche Bahn forderte ihre Kunden auf, geplante Reisen auf den Dienstag zu verschieben. Die deutsche Windenergieerzeugung soll am frühen Montagnachmittag einen Rekordwert von mehr als 46.000 Megawatt erreichen, was etwa 30 voll ausgelasteten Atomkraftwerken entspricht.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

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