Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Trump gibt Hilfe frei, Brexit-Deal kommt mit Zeitbomben, europäische Aktien steigen, Marburg wird zu Deutschlands Impfstoff-Hoffnung, und Skandinaviens Billigstrom macht Bitcoin-Schürfer glücklich. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump gibt Hilfe frei

US-Präsident Donald Trump hat seine Blockadehaltung aufgegeben und die Gesetzesvorlage für ein neues Corona-Hilfspaket im Umfang von 900 Milliarden Dollar doch noch unterzeichnet. Trump sagte in der Nacht zum Montag, er tue dies mit “einer starken Botschaft” an den Kongress, “dass verschwenderische Teile entfernt werden müssen”. Weiterhin forderte er, die Einmalhilfen für US-Bürger von 600 Dollar auf 2.000 Dollar zu erhöhen - allerdings ist dies angesichts seiner Unterschrift unter der Vorlage nicht bindend. Durch die Verzögerung verloren bis zu 14 Millionen Amerikaner eine Woche der erweiterten Arbeitslosenhilfe. Die Demokraten treiben unterdessen einen Keil zwischen Trump und jene Republikaner im Kongress, denen die vom Präsidenten geforderte Anhebung zu üppig erscheint.

Brexit-Deal kommt mit Zeitbomben

Großbritannien und die EU haben über Weihnachten zwar das Worst-Case-Szenario von neuen Zöllen und Quoten vermieden, die Trennung wird aber dennoch erhebliche Störungen für eine Reihe von Branchen mit sich bringen. Außerdem bedeutet die Einigung zum “Level Playing Field”, dass Großbritannien sich nicht an die EU-Gesetze anpassen muss, die Union aber Zölle erheben darf, wenn sie eine Störung des fairen Wettbewerbs nachweisen kann. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Für britische Finanzunternehmen bietet der Deal wenig Klarheit, da er keine Entscheidung über die sogenannte Gleichwertigkeit enthält, die es der Branche erlauben würde, Dienstleistungen von London aus im EU-Binnenmarkt zu verkaufen. Dies soll 2021 verhandelt werden. Auch beim Fisch wurde eine tragfähige Lösung auf die lange Bank geschoben.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien haben zum Wochenbeginn zugelegt, unterstützt durch Trumps Unterzeichung des Finanzpakets von insgesamt 2,3 Billionen Dollar. Der DAX-Index kletterte auf ein Rekordhoch. Die Unterzeichnung wendet eine weitere Verzögerung bei der Ankurbelung der Wirtschaft ab und untermauert einen Teil des Optimismus, der die globalen Aktien in diesem Monat auf einen Rekordwert getrieben hat - trotz der eskalierenden Pandemie. Der Stimulus “könnte den Markt und die US-Wirtschaft unterstützen”, sagte Suresh Tantia von Credit Suisse. “Im nächsten Jahr sind alle Bausteine vorhanden, damit die Märkte diese Rally fortsetzen können”. In Deutschland gehörten Lufthansa zu den Gewinnern nach Aussagen von CEO Carsten Spohr, wonach die Kosten dieses Jahr schneller als erwartet gesenkt wurden. Delivery Hero stiegen auf ein Rekordhoch nach der Freigabe einer Übernahme in Südkorea.

Marburg wird zu Deutschlands Impfstoff-Hoffnung

Deutschland hat am Sonntag mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Um die Impfstoffproduktion hochzufahren, will die Bundesregierung der BioNTech/Pfizer-Allianz helfen, zusätzliche Produktionsstätten in Deutschland zu aktivieren, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn laut DPA am Montag im ZDF. Der Fokus liegt dabei auf Marburg in Hessen, wo BioNTech Produktionsanlagen vom Schweizer Pharmariesen Novartis übernommen hat. Dies würde laut Spahn “die Menge enorm erhöhen”. In neun Staaten weltweit wurden bislang 4,4 Millionen Dosen verabreicht, davon knapp 2 Millionen in den USA. Deutschland hat zuletzt 12.397 Neuinfektionen verzeichnet, die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf über 30.000. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag unter der kritischen Marke von 1.

Skandinaviens Billigstrom macht Bitcoin-Schürfer glücklich

Die nordische Region ist dank eines Einbruchs der Strompreise wieder zu einem lukrativen Ort für das Schürfen von Kryptowähdigitarungen geworden.Das nasseste Wetter seit mindestens 20 Jahren hat die Produktion von Wasserkraftwerken angekurbelt und Schweden und Norwegen Strompreise beschert, die zu den niedrigsten der Welt gehören. Kryptogeld wird in riesigen Computerfarmen hergestellt, die manchmal so viel Energie verbrauchen wie 70.000 Haushalte. Das Glück der Schürfer im Norden folgt auf mehrere Jahre mit schlechten Margen aufgrund hoher Stromkosten und niedriger Preise für die meisten virtuellen Währungen. “Diejenigen, die während der schwierigen Zeit geblieben sind, wie wir, sind jetzt ziemlich glücklich”, sagte Philip Salter von Genesis Mining, die ein Rechenzentrum in Schweden betreibt. Am Sonntag hat Bitcoin erstmals die Marke von 28.000 Dollar geknackt.

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