Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell

(Bloomberg) -- Eurozone-Datenigitt, Christine & die Junkbonds, Tagesgericht: Gewinneinbruch ohne genauen Ausblick, Folge: Zum Mittag keine Börsenappetit mehr; Elon in Rage. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Konjunkturbarometer: Schrecklich bis furchtbar

Das erste Quartal ist ein mittlerer Konjunkturabschnitt - nicht mehr so gut wie das Schlussquartal 2019, aber wohl deutlich besser als das jetzige Q2. Spätestens im März brachte Corona überall in Europa den Wirtschaftsmotor zum Stottern, mehrprozentige BIP-Einbrüche sind nun die Regel. In der Eurozone ging das kombinierte BIP in den ersten drei Monaten des Jahres um 3,8% zurück, wie heute gemeldet wurde. In Spanien fiel die Wirtschaftsaktivität um 5,2%, in Frankreich sogar von 5,8%. Fast positiv wirkten da die aus Wien berichten 2,5% Minus.

Christine und die Junkbonds

Ramsch ist eine inoffizielle Variante des Skat-Spiels: ohne verbindliche Regeln, die Spieler müssen diese selbst vereinbaren. Mit Blick auf die heutige Sitzung der EZB ist die Frage, ob Christine Lagarde eine eigene Variante auf den Weg bringt. Vergangene Woche kündigte sie bereits an, Ramsch-Anleihen als Sicherheit für Darlehen zu akzeptieren. Dazu müssen die Papiere am 7. April eine Bonitätsnote auf zumindest dem niedrigsten Investment-Grade-Niveau gehabt haben. Angesichts noch immer arg ausgeweiteter Renditespreads an der Euroraum-Peripherie stellt sich nun die Frage, ob die EZB Junkbonds künftig auch in ihre Wertpapier-Kaufprogramm aufnehmen wird.

Tagesgericht: Gewinneinbruch ohne genauen Ausblick

Nicht schlimm, dass das Domina-Studio zu hat. Die Berichtssaison reicht dem Börsianer derzeit völlig. BASF erwartet im zweiten Quartal deutliche Absatzeinbußen und hat die Jahresprognose verworfen. Die deutlich kleinere Wacker Chemie trotzt der Corona-Krise bislang mit einem Rückgang des Q1-Umsatzes um 3%. Auf Sicht der nächsten Monate werde man die Pandemie-Folgen jedoch viel deutlicher zu spüren bekommen, hieß es aus München. Im Finanzsektor wächst indessen die Angst vor faulen Krediten. Die österreichische Erste Bank rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Risikokosten und nannte das Thema “das große Fragezeichen” 2020.

Börsenappetit entsteht - und vergeht

Angesichts der Hoffnung, dass die EZB vielleicht doch neue Konjunkturimpulse gibt, hatten die Börse am heutigen Donnerstag zunächst merklich zugelegt. Dann - eine Flut von Unternehmensmitteilungen später - schwanden die Kursgewinne immer weiter und am Mittag lagen die allermeisten Indizes im Minus. Beim DAX verkehrte sich ein Plus von bis zu 1,2% in einen Rückgang um 0,5% im Tagestief. Zuletzt lage der Frankfurter Index wieder etwa da, wo er den Mittwoch beendet hatte. Im Fokus steht die Bekanntgabe der EZB-Eckpunkte um 13.45 Uhr und dann die Pressekonferenz 45 Minuten später, die das weitere Vorgehen von Lagarde & Co. zeigen dürfte. Die Fed hatte am Mittwoch erst einmal ihr Pulver trocken gehalten und die Politik in die Pflicht genommen. Lagarde könnte das ähnlich handhaben.

Musk in Rage

Der Blick auf das Weltgeschehen schürt derzeit größtenteils Sorge, oft auch Angst und bringt manch einen in Rage. Prominentes Beispiel gerade: Elon Musk, der seinem Ärger über die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von Corona Luft machte. “Undemokratisch” seien sie, und eigentlich gerade zu “faschistisch”, hieß es vom Chef des Elektroauto-Bauers Tesla, der um kontroverse Positionen nie verlegen ist. Wegen der Pandemie musste der Konzern sein Werk in Fremont schließen und sitzt nun auf einem Berg Autos, die nicht verkauft werden können. Die Zahlen für das erste Quartal waren indessen deutlich besser als gedacht. Statt eines Verlusts von 37 Dollar-Cent je Aktie stand ein Gewinn von 1,24 Dollar zu Buche. Eine Bruttomarge von 25% im Automotive-Bereich führte bei Anleger zu einem “Wow!”-Erlebnis und ließ die Aktie nachbörslich fast 9% klettern.

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