Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Hongkong wird wieder Krisenherd, Trump erhöht Druck auf Russland, Europas Aktien zum Wochenschluss schwächer, Briten testen Covid-19-Impfstoff, und Haushaltsarbeit wird während Lockdown zur Plage. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Hongkong wird wieder Krisenherd

China will “verlässliche Rechtssysteme und Durchsetzungsmechanismen zur Wahrung der nationalen Sicherheit” in Hongkong einrichten und dafür sorgen, dass die dortige Regierung ihrer “verfassungsmäßigen Verantwortung” nachkommt, sagte Ministerpräsident Li Keqiang. Einen Tag zuvor hatte Peking drastische Pläne angekündigt, um durch neue Gesetze den Dissens in der Sonderverwaltungszone einzudämmen. Die Regierung werde ihren Plan zur Integration der Stadt mit anderen in Südchina vorantreiben. Es sei “das Ende Hongkongs”, sagte Claudia Mo, Mitglied des Hongkonger Legislativrats, gegenüber Bloomberg TV. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden auf eine Behinderung der demokratischen Bewegung in Hongkong sehr deutlich reagieren, nannte aber keine Details.

Trump erhöht Druck auf Russland

Trump hat entschieden, aus dem “Open Skies”-Abkommen mit Russland, das gegenseitige Aufklärungsflüge erlaubt, auszusteigen und verwies zur Begründung auf Verstöße seitens Moskaus. “Ich denke, was passieren wird, ist, dass wir uns zurückziehen und sie dann einen Deal machen wollen”, so Trump. Außenminister Mike Pompeo sagte, dass die USA die Entscheidung “überdenken könnten, sollte Russland zur vollständigen Einhaltung des Vertrags zurückkehren”. Russlands bestreitet eine Verletzung des Vertrags. Trumps zweite Aufkündigung eines Rüstungskontrollvertrages mit Russland sei absolut richtig, sowohl in den Details als auch im Prinzip, meint Bloomberg-Kolumnist Eli Lake. Schließlich handele es sich bei Russland um einen Serienverletzer internationaler Abkommen.

Europas Aktien zum Wochenschluss schwächer

Europas Aktien rutschten zum Wochenschluss angesichts der Eskalation der Spannungen zwischen Washington und Peking ab. Nahrungsmittel- und Versicherungsunternehmen führten die Liste der Verlierer im Stoxx Europe 600 Index an. Der S&P 500 schloss am Donnerstag tiefer, und es mehren sich die Anzeichen, dass Präsident Trump seine harte Haltung gegenüber China zu einem Schlüsselelement seines Wahlkampfs machen wird. “Die geopolitischen Risiken sind bedeutsam”, sagte David Riley von BlueBay Asset Management auf Bloomberg TV. “Es ist eine Besorgnis für den Markt, ist eine potentielle Quelle von Schwäche und einer Korrektur”. Im Dax führten SAP die Liste der Verlierer an. Lufthansa legten nach jüngsten Fortschritten auf dem Weg zu einem Hilfspaket zu.

Briten testen Covid-19-Impfstoff

Die Universität Oxford und AstraZeneca haben mit der Rekrutierung von mehr als 10.000 Probanden für fortgeschrittene Humanstudien eines der weltweit am schnellsten fortschreitenden experimentellen Covid-19-Impfstoffe begonnen. Astra plant, in Großbritannien im September bis zu 30 Millionen Dosen zur Verfügung zu stellen. CanSino befindet sich mit seinem Impfstoff in der zweiten von drei Phasen der Erprobung am Menschen und gehört zu den fünf chinesischen Kandidaten, die dieses fortgeschrittene Stadium erreicht haben - mehr als die USA und Europa zusammen. China will die internationale Kooperation bei der Impfstoff-Entwicklung stärken. In Deutschland sind die neuen Coronavirus-Infektionen und Todesfälle den zweiten Tag in Folge zurückgegangen, die Ansteckungsrate liegt weiter unter der Schwelle von 1.

Haushaltsarbeit wird während Lockdown zur Plage

Berufstätige Eltern wenden während der Coronavirus-Pandemie laut einer BCG-Umfrage zusätzliche 28 Stunden pro Woche für Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung auf - und Frauen mehr als Männer. Mütter in Doppeleinkunfts-Haushalten haben bereits vor der Pandemie einen Großteil dieser Arbeit geschultert: 35 Stunden pro Woche, verglichen mit 25 Stunden bei den Vätern. Seit Schulen, Kitas und die meisten Büroarbeitsplätze geschlossen wurden, um die Ansteckung einzudämmen, hat die Ungleichheit zugenommen - auf 65 Stunden bei Frauen gegenüber 50 Stunden bei Männern. In der Umfrage unter berufstätigen Eltern in den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Frankreich war Deutschland das einzige Land, in dem Männer mehr Zusatzstunden im Haushalt leisten als die Frauen. Fast die Hälfte der befragten Eltern gab an, dass ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz aufgrund der zusätzlichen Verantwortung zu Hause abgenommen habe.

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