Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- Banken bereiten sich auf Flut fauler Kredite vor, Lufthansa ist Tagesgewinner, Europas Aktien steigen, Wissenschaftler sehen Corona als wiederkehrendes Phänomen, und SAP und Telekom sollen das Corona-App-Problem richten. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Banken bereiten sich auf Flut fauler Kredite vor

Banken in Europa haben Milliardenbeträge für einen erwarteten Anstieg fauler Kredite aufgrund der Coronavirus-Pandemie beiseite gelegt. HSBC schätzt, dass Kreditverluste dieses Jahr bis zu 11 Milliarden Dollar erreichen könnten, Santander nahm 1,6 Milliarden Euro an Rückstellungen alleine für Verluste im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise vor und die UBS hat im ersten Quartal 268 Millionen Dollar für notleidende Kredite zurückgestellt, wie Zahlen vom Dienstag zeigten. “Wir können relativ optimistisch sein hinsichtlich des Ausmaßes, in dem Kreditverluste unsere Zukunft beeinflussen werden”, sagte UBS-CEO Sergio Ermotti gegenüber Bloomberg TV. Die Rückstellungen für das Geschäftsjahr 2020 könnten insgesamt jene auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise übertreffen, heißt es bei ABN Amro.

Lufthansa ist Tagesgewinner

Lufthansa führten am frühen Dienstag die Gewinnerlisten in Dax und Stoxx Europe 600 an. Aus unterrichteten Kreisen verlautete, dass die Bundesregierung bei der Kranich-Airline als Aktionär einsteigen wird im Rahmen eines Rettungspakets, das mehr als der zweifachen derzeitigen Marktkapitalisierung von rund 4 Milliarden Euro entsprechen könnte. Die Tochter Swiss International soll laut einem Medienbericht staatlich verbürgte Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Franken erhalten. Die Spendierfreudigkeit der Regierungen für ihre nationalen Champions birgt die Gefahr, dass nationale Zombies entstehen. “Nicht jeder Dinosaurier sollte und kann gerettet werden”, befand Guntram Wolff von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. “Langfristige Subventionen für Dinosaurier könnten bedeuten, dass Geld für neue und dynamische Sektoren fehlt.”

Europas Aktien steigen

Die europäischen Aktien kletterten auf ein Sieben-Wochen-Hoch, befeuert durch Gewinne von Schwergewichten wie ABB und UBS und Optimismus über eine Verlangsamung der Coronavirus-Fälle. Der Stoxx Europe 600 Index lag um 11:23 Uhr MESZ um 1,1% im Plus, alle Sektoren stiegen. Defensive Sektoren haben die Erholung vom Tief Mitte März angeführt, was darauf hindeutet, dass die Anlegerstimmung weiterhin fragil bleibt.“Die Aktienmärkte haben in letzter Zeit Anzeichen von Widerstandsfähigkeit gezeigt, trotz der schlechten makroökonomischen Daten und des gemischten Nachrichtenflusses an der Pandemiefront”, sagte Olivier Marciot, ein Investmentmanager bei Unigestion. MTU Aero, Allianz und Volkswagen zählten zu den größten Gewinnern im Dax. Wirecard stürzten nach der Sonderprüfung durch KPMG ab.

Wissenschaftler sehen Corona als wiederkehrendes Phänomen

Nicht nur erhärtet sich der Verdacht, dass sich das Coronavirus mittels Aerosolen über die Atemluft verbreitet, es kann womöglich auch nicht ausgerottet werden. Chinesische Wissenschaftler halten es für unwahrscheinlich, dass das neue Virus so verschwinden wird wie SARS vor 17 Jahren, da einige Menschen infiziert werden, ohne offensichtliche Symptome zu zeigen. Daher könnte es in Wellen immer wieder zuschlagen. Osteuropa hat gezeigt, dass eine schnelle und entschiedene Reaktion für die Eindämmung der Pandemie essenziell ist. Spitzenreiter ist die Slowakei. In Deutschland haben sich in den letzten 24 Stunden erneut weniger Menschen angesteckt. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität fiel die Zahl der Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand in diesem Monat. Insgesamt 6.126 Menschen sind mittlerweile gestorben.

SAP und Telekom sollen das Corona-App-Problem richten

Während in Südkorea - auch dank einer Smartphone App - ein Ende der Pandemie in Sicht ist, wird in Deutschland weiter gründlich über die Einführung des digitalen Helfers diskutiert. Die Bundesregierung hat nun SAP und die Deutsche Telekom hinzugezogen, um das Projekt voranzubringen. Wegen weit verbreiteter Datenschutzbedenken werde die in Deutschland angestrebte dezentrale App-Lösung “mehr Vertrauen bei den Nutzern schaffen”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Südkorea hat 244 Todesfälle - insgesamt. Dem Distanzierungsproblem ist ein britischer Expat in Singapur, der partout nicht auf die Annehmlichkeiten eines Swimming Pools verzichten wollte, seinen Gemeinschaftspool aber nicht nutzen durfte, dadurch begegnet, dass er sich in der Nachbarschaft einen zur exklusiven Nutzung gemietet hat - für rund 6.500 Euro im Monat.

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