Fünf Themen des Tages: Gaspleite, Omikron-Hoffnung, BlackBerry

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(Bloomberg) -- Energiepolitische Schlafwandler, Treasuries mit Dekaden-Fehlstart, europäische Aktien auf Rekordhoch, Hoffnungsschimmer zu Omikron, und RIP BlackBerry. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Energiepolitische Schlafwandler

Nie zuvor waren zu diesem Zeitpunkt im Winter die Erdgasspeicher in Europa so leer. Vier Monate nachdem der US-Beauftragte für Energiesicherheit den Europäern geraten hatte, sich besser auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten, kämpft der Kontinent mit einer Versorgungskrise und Gaspreisen, die sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht haben. Während im Sommer die EU-Kommission das weltweit ehrgeizigste Dekarbonisierungspaket vorstellte, unterblieb in den Mitgliedstaaten gleichzeitig die vorausschauende Auffüllung der Speicher. Die Preise für Gas, das vom Frühjahr bis 2023 geliefert wird, sind im letzten Monat um etwa 40% gestiegen. Einige sagen, dass die Krise bis 2025 andauern könnte. Heute stieg der europäische Gaspreis um bis zu 10%, gestern um 14%. Immerhin soll es nächste Woche wärmer werden.

Treasuries mit Dekaden-Fehlstart

Die Renditen von US-Anleihen schnellten zu Beginn des Jahres in die Höhe, die 10-jährigen Papiere erwischten gleich den schlechtesten Jahresstart seit 2009. Die Benchmark-Renditen kletterten über die gesamte Kurve hinweg, angeführt von den 10-jährigen Titeln, die um bis zu 13 Basispunkte zulegten und zum ersten Mal seit dem Auftauchen der Omikron-Variante im November über 1,60% lagen. Mindestens drei Zinserhöhungen der Federal Reserve werden für dieses Jahr erwartet. Hierzulande könnten Bunds in der Theorie auf ein zweites Jahr mit Verlusten in Folge zusteuern, wie Ven Ram im Markets Live Blog schreibt. In der Praxis werde viel davon abhängen, ob die EZB bereit ist, ihre faktische Kontrolle über die Renditekurve aufzugeben. Bloomberg Economics meint, dass der zugrundeliegende Preisdruck in der Eurozone begrenzt bleiben wird.

Europäische Aktien auf Rekordhoch

Die europäischen Aktien stiegen auf ein neues Rekordhoch, da die Risikobereitschaft zurückkehrte und der Optimismus wuchs, dass Omikron die globale Wachstumserholung nicht gefähreden wird. Der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag rund 0,8% im Plus, wobei die Reise- und Freizeitbranche andere Sektoren übertraf. Auch andere zyklische Sektoren wie Autos, Banken und Energieaktien erholten sich. “Unserer Meinung nach kann der europäische Zyklus noch weitergehen”, heißt es bei den Societe-Generale-Strategen um Roland Kaloyan. “Europäische Aktien werden im Vergleich zu US-Aktien wieder auf historischen Tiefstständen gehandelt, und ihre aktuelle Bewertung könnte höhere Anleiherenditen absorbieren”.

Hoffnungsschimmer zu Omikron

Eine Reihe neuer Studien hat bestätigt, dass mit der Omikron-Variante ein Licht am Ende des Pandemie-Tunnels erschienen ist. Covid-Infektionen beginnen in der Regel in der Nase und breiten sich im Rachenraum aus. Eine leichte Infektion kommt nicht viel weiter als bis zu den oberen Atemwegen, aber wenn das Virus die Lunge erreicht, treten normalerweise schwerere Symptome auf. Fünf separate Studien der letzten Woche deuten darauf hin, dass Omikron die Lunge nicht so leicht infiziert wie frühere Varianten. Zudem scheint es so zu sein, dass bei Personen, die entweder geimpft sind oder in den letzten sechs Monaten eine Covid-Infektion hatten, die T-Zellen im Körper - die zweite Verteidigungslinie - Omikron erkennen und relativ schnell abwehren können. Auch wegen der Erkenntnis, dass geimpfte Patienten, die mit Omikron infiziert waren, starke Immunreaktionen auch gegen andere Virus-Varianten entwickelten, gibt es Hoffnung, dass mit der Kombination aus hoher Übertragbarkeit und milder Infektion bei Omikron der Anfang vom Ende der Pandemie gekommen ist.

RIP BlackBerry

BlackBerry-Geräte mit dem ursprünglichen Betriebssystem - lange Zeit Statussymbol von Managern und Arbeitsgerät von Agentur-Journalisten - werden ab dem 4. Januar nicht mehr unterstützt. Das Unternehmen, das früher unter dem Namen Research In Motion bekannt war, erklärte auf seiner End-of-Life-Seite, dass von Geräten mit der hauseigenen Software ab Dienstag nicht mehr erwartet werden könne, “dass sie zuverlässig funktionieren”. Es ist das Ende einer Produktreihe, die in Teilen der Welt bis heute für ihre Zuverlässigkeit und Sicherheit bekannt ist. “CrackBerries” mit ihren präzisen physischen Tastaturen waren dem Tode geweiht, als Steve Jobs den Finger als Eingabegerät entdeckte und iPhones und Android-Geräte mit größeren Displays, besserer Grafik und einem breiteren App-Angebot den Markt eroberten.

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