Fünf Themen des Tages: Credit-Suisse-Chaos, Bitcoin unkaputtbar

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(Bloomberg) -- Credit-Suisse-Chaos bei Gupta, Eurozonen-Optimismus steigt, europäische Aktien auf Rekordstand, Bitcoin laut Wood unkaputtbar, und historisches Unrecht im Fokus. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Credit-Suisse-Chaos bei Gupta

Rohstoff-Banker der Credit Suisse warnten ihre Kollegen auf der Fonds-Seite informierten Kreisen zufolge schon vor Jahren davor, dem Stahlmagnaten Sanjeev Gupta Kredite zu geben. Wie zu hören ist, hatten Banker aus der Abteilung für Rohstoffhandels-Finanzierung Guptas Liberty Commodities schon 2016 auf ihre Schwarze Liste gesetzt, weil sie einigen seiner Geschäfte nicht trauten. Als diese Banker zwei Jahre später erfuhren, dass die CS Guptas Firmen über eine Reihe von Investmentfonds Kredite gewährte, meldeten sie ihre Bedenken an Compliance und die Abteilung, die die Kredite verwaltete, hieß es. Dass die Credit Suisse trotz interner Bedenken möglicherweise Kunden einem Risiko ausgesetzt hat, fügt dem Debakel bei der Zürcher Bank eine neue Wendung hinzu. Dort setzt sich der personelle Aderlass unterdessen fort.

Eurozonen-Optimismus steigt

Das Vertrauen in die Wirtschaft des Euroraums ist auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Ein Stimmungsbarometer der Europäischen Kommission für Mai übertraf die meisten Schätzungen in einer Bloomberg-Umfrage. Angetrieben wurde der Anstieg durch den zunehmenden Optimismus im Dienstleistungssektor, aber auch in der Industrie, im Einzelhandel und im Baugewerbe gab es Verbesserungen. Wenn es nach Mitgliedern im EZB-Direktorium wie Isabel Schnabel geht, ist dies noch kein Grund, über eine Rücknahme fiskalischer und monetärer Impulse nachzudenken. Ökonomen und Investoren erwarten daher zunehmend, dass die EZB das erhöhte Tempo beim Ankauf von Anleihen im Notprogramm PEPP bei ihrer nächsten Sitzung verlängern wird. Die Notfallmaßnahmen seien kaum noch zu rechtfertigen und eine Rücknahme des Tempos sollte nicht ausgeschlossen werden, heißt es hingegen im Bloomberg Markets Live Blog.

Europäische Aktien auf Rekordstand

Die europäischen Aktien sind am Freitag auf ein neues Rekordhoch gestiegen, angetrieben von Erwartungen, dass die EZB im nächsten Monat nicht auf die Bremse treten wird. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um rund 0,5% im Plus, angeführt von Banken und Versicherern. “Überhitzungsängste scheinen sich abzukühlen, da sowohl Rohstoffe als auch Anleiherenditen nachgeben, letztere trotz sanfter Tapering-Signale der Fed”, schrieben Barclays-Analysten um Emmanuel Cau. “Das Fehlen von Katalysatoren hat die Investoren auf der Stelle treten lassen, während sie auf die nächste große Bewegung warten, aber wir denken, dass sich das Gesamtbild nicht viel verändert hat und weiterhin für Aktien spricht”. Aktien aus dem Bereich der grünen Energieerzeugung wie Siemens Gamesa stiegen nach einer Entscheidung im US-Senat. Tui stiegen nach Bekanntgabe eines Verkaufs des Riu-Anteils.

Bitcoin laut Wood unkaputtbar

Star-Investorin Cathie Wood hat eine beruhigende Botschaft für Bitcoin-Investoren: staatliche Stellen werden nicht in der Lage sein, die Kryptowährung Nr. 1 verschwinden zu lassen. Harte Worte gegen digitale Token aus China und Rufe nach größerer Kontrolle in Europa und den USA haben zu einem Einbruch von Bitcoin beigetragen. Wood allerdings sagte, die virtuelle Währung sei “bereits auf dem Weg und es wird unmöglich sein, sie abzuschalten”. Im Laufe der Zeit würden die Regulierer schon “etwas freundlicher” gegenüber Kryptowährungen werden, aus Angst, Innovationen zu verpassen, sagte die Gründerin von Ark Investment Management auf einer von CoinDesk organisierten Konferenz. BoJ-Chef Haruhiko Kuroda hat sich jüngst dem Chor der Zentralbanker angeschlossen, die sich kritisch zur digitalen Münze äußern.

Historisches Unrecht im Fokus

Im April bahnte das US-Repräsentantenhaus den Weg zur Untersuchung von Reparationen für die Schäden, die schwarzen Amerikanern durch die Sklaverei und ihre Folgewirkungen entstanden sind. Auch wenn es auf nationaler Ebene Entschädigung in irgendeiner Form wahrscheinlich nicht so bald geben wird, fangen Städte im ganzen Land und der Staat Kalifornien an, sich für lokale Reparationen stark zu machen. Der Fall von Lucious Sutton, der 1929 mitsamt seinem Haus vom Bauer Place am nordwestlichen Rand von Evanston am Lake Michigan umgesiedelt wurde, ist hier nachzulesen. Die Gemeinde hat 2018 eine Kommission eingerichtet, sich für ihre Diskriminierungsgeschichte entschuldigt und als erste zugestimmt, Reparationen zu zahlen. Deutschland erkennt das Vorgehen des Kaiserreichs im heutigen Namibia während der Kolonialzeit als Völkermord an und wird 1,1 Milliarden Euro an das Land und die Nachkommen der zwischen 1904 und 1908 ermordeten Herero und Nama zahlen, wie Außenminister Heiko Maas mitteilte.

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