Fünf Themen des Tages: China-Sorge, Goldman-Rätsel, Krypto-Manie

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(Bloomberg) -- China drängt Banken zur Immobilienfinanzierung, Goldman sieht Rendite-Rätsel, europäische Aktien verlieren, EZB in Erklärungsnot, und Meme-Aktie trifft Krypto-Manie. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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China hält Banken zu Immobilienfinanzierung an

In China gibt es Anzeichen zunehmender Besorgnis seitens der Behörden über die Liquiditätskrise im Immobiliensektor. In einer bisher nicht veröffentlichten Leitlinie vom Dezember forderten die Regulierungsbehörden die Banken auf, die anhaltend rückläufige Kreditvergabe an Bauträger anzukurbeln, wie es aus informierten Kreisen heißt. Gleichzeitig werde die Kreditaufnahme großer Immobilienunternehmen zur Finanzierung von M&A nicht mehr auf die “drei roten Linien” angerechnet, die die Verschuldung begrenzen. Letzterer Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bauträger Schwierigkeiten haben, Vermögenswerte zu verkaufen, um Liquiditätsengpässe zu lindern. Eine Sparte der Shimao Group, die im Mittelpunkt einer versäumten Kreditzahlung steht, hat diesen Vorgang unterdessen heruntergespielt.

Goldman sieht Rendite-Rätsel

Käufern von US-Treasuries steht ein “neues Rätsel” bevor, bei dem die Renditen von Staatsanleihen niedrig bleiben, selbst wenn die Fed die Zinsen anhebt, meint Goldman Sachs. Während sie ihre Jahresendprognose für die zweijährige Rendite anhebt, bleiben die Prognosen der Investmentbank für die längeren Laufzeiten unverändert. Goldman geht davon aus, dass die fünfjährige Rendite zum Jahresende 2022 bei 1,8% liegen wird, die 10-jährige auf 2% und die 30-jährige auf 2,25% steigen wird. Eine Bloomberg-Umfrage zu den Prognosen für 2022 für diese Treasury-Benchmarks zeigt mittlere Renditen von 1,63%, 2,01% bzw. 2,40%. Es könnte sich also der Straffungszyklus der frühen 2000er Jahre wiederholen, als die Renditen am langen Ende niedrig blieben, obwohl die Zentralbank die Zinsen anhob - ein Muster, das der damalige Fed-Chef Alan Greenspan Anfang 2005 als “Rätsel” bezeichnete.

Europäische Aktien verlieren

Die europäischen Aktien eröffneten nach dem größten Rückgang seit mehr als zwei Wochen schwächer, konnten im Sitzungsverlauf jedoch Boden gutmachen. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag noch rund 0,1% im Minus. Chemiewerte entwickelten sich unterdurchschnittlich, während Bergbauwerte und Metalle zulegten. “Wie die ersten Tage des Jahres 2022 zeigen, ändert sich das Marktnarrativ mit dem Beginn der Liquiditätsumkehr der Zentralbanken abrupt”, so Barclays-Strategen unter der Leitung von Emmanuel Cau. “Solange die Wachstumsfundamentaldaten robust bleiben, glauben wir, dass die Aktien in der Lage sein werden, dies abzuschütteln.” Die Zentralbanken dürften das Ruder nicht ruckartig herumreißen, so Barclays. In Deutschland stiegen Lanxess nach einem Upgrade.

EZB in Erklärungsnot

Die Inflation im Euroraum hat sich über die bereits erreichten Rekordwerte hinaus beschleunigt und bringt damit die EZB in Erklärungsnot, die darauf beharrt, dass der aktuelle Anstieg nur vorübergehender Natur sei. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember um 5% im Jahresvergleich - kräftiger als der Medianwert von 4,8% in einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen. Ohne volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie lag der Wert auf dem Vormonatsniveau von 2,6%. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte letzten Monat, dass angesichts der erwarteten Inflationsabschwächung im laufenden Jahr eine Zinserhöhung nicht die richtige Reaktion wäre. Ratsmitglied Martins Kazaks versicherte diese Woche gegenüber Bloomberg, dass der Rat handeln werde, wenn sich der Inflationsausblick verschärft.

Meme-Aktie trifft Krypto-Manie

Die Nachricht, dass GameStop - Sinnbild für das turbulente Jahr 2021 bei Kleinanlegern - in das Geschäft mit nicht-fungiblen Tokens einsteigt, ließ die Aktie in den USA vorbörslich um mehr als 20% in die Höhe schnellen. NFTs - nicht-austauschbare digitale Vermögenswerte - haben sich im letzten Jahr als die heißeste Ware im Krypto-Universum erwiesen. Die NFT-Strategie von GameStop umfasst Gespräche mit Krypto- und Blockchain-Betreibern darüber, welche Token auf dem Marktplatz akzeptiert werden sollen, sowie die Einrichtung von Fonds, die in NFT-Inhaltsersteller und Spielstudios investieren sollen. Der größte Markt für NFTs, OpenSea, wurde bei der jüngsten Finanzierungsrunde mit 13,3 Milliarden Dollar bewertet. Finanzprofis überlegen, wie sie aus der Begeisterung Kapital schlagen können.

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