Fünf Themen des Tages: China-Beben, Gas-Sturz, mehr Amsterdams

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(Bloomberg) -- Mehr Beben in Chinas Immobiliensektor, Coronavirus nistet sich ein, europäische Aktien steigen, Preise für Strom und Gas fallen, und Europa braucht mehr Amsterdams. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Mehr Beben in Chinas Immobiliensektor

Die Immobilien-Investmentgesellschaft Fujian Yango Group hat eine Dollaranleihe nicht bedienen können und ist damit das jüngste Opfer von Chinas rigorosem Vorgehen gegen den verschuldeten Immobiliensektor. Die versäumte Kuponzahlung begründete das Unternehmen mit einem “vorübergehenden Cashflow-Problem”, das auf Faktoren wie die allgemeine Wirtschaftslage, Branchenvorschriften und die Covid-19-Pandemie zurückzuführen sei. Die Zahlung war bereits am 10. November fällig und auch nach der 30-tägigen Nachfrist war nicht gezahlt worden, wodurch ein Ausfallereignis eingetreten ist. Unterdessen hat die China Evergrande Group nach eigenen Angaben die Bauarbeiten an den meisten Wohnungsbauprojekten wieder aufgenommen. Evergrande hat Verbindlichkeiten von mehr als 300 Milliarden Dollar.

Coronavirus nistet sich ein

Das Coronavirus kann sich innerhalb von Tagen von den Atemwegen auf Herz, Gehirn und fast alle Organsysteme des Körpers ausbreiten, wo es monatelang überdauern kann. Entsprechende Erkenntnisse des U.S. National Institute of Health können möglicherweise helfen, die langanhaltende Krankheit Long-Covid besser zu greifen. Durch das Verständnis der Mechanismen könne die Versorgung der Betroffenen verbessert werden, so die Studie. Die Erkenntnisse sind noch nicht von unabhängigen Wissenschaftlern überprüft worden, die Befähigung des Virus, Zellen außerhalb der Atemwege zu infizieren, ist zudem umstritten. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt weltweit sprunghaft an. China meldete am Wochenende die höchste Zahl lokaler Fälle seit Januar.

Europäische Aktien steigen

Der Stoxx-600-Index konnte im Verlauf des Vormittags zulegen, wobei Aktien aus dem Gesundheitswesen und dem Immobiliensektor zulegten und Energieaktien fielen. Der britische Markt bleibt Montag noch geschlossen. Die Aktien in der Region erleben angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante einen holprigen Jahresausklang. “Die Bedrohung durch das Coronavirus ist immer noch sehr präsent”, sagte Jaime Espejo von Imantia Capital in Madrid. “Diese Woche dürfte eine Übergangswoche sein, mit wenigen Sitzungen, geringen Umsätzen und wenigen erwarteten Nachrichten”. In Deutschland legten Aktien von Talanx zu, deren Tochter HDI International ihre russische Lebensversicherungssparte CiV Life verkauft.

Preise für Strom und Gas fallen

Die europäischen Erdgaspreise fielen den vierten Tag in Folge, da erwartet wird, dass US-Lieferungen den angespannten Markt entlasten werden und milderes Wetter den Verbrauch dämpft. Der niederländische Referenzpreis für Frontmonatsgas fiel um bis zu 19% auf 90 Euro pro Megawattstunde und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 6. Dezember. Der deutsche Strompreis für Januar sank um 36% auf 220 Euro pro Megawattstunde. Der Erdgaspreis ging letzte Woche um 25% zurück, da immer mehr Schiffe mit verflüssigtem Erdgas westeuropäische Häfen ansteuern. In der letzten Woche dieses Jahres und in der ersten Woche des neuen werden in weiten Teilen Europas überdurchschnittliche bis deutlich überdurchschnittliche Temperaturen erwartet. Ungewöhnlich kalt soll es hingegen in der nordischen Region werden.

Europa braucht mehr Amsterdams

Amsterdam hat der Welt eine der ersten Börsen, die Tulpenblase und einen Megakonzern gegeben, der so groß war, dass er sein eigenes Geld, seine eigene Armee und seine eigene Kolonie hatte. In diesem Jahr hat Amsterdam eine neue Art von Goldenem Zeitalter erlebt, schreibt Bloomberg-Kolumnist Lionel Laurent. Es sei eines von mehreren Finanzzentren, die nach dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt mehr Geschäft anziehen und wohl dasjenige, welches die Erwartungen am stärksten übertroffen habe. Das Ende des ungehinderten EU-Marktzugangs für die Londoner City hat Amsterdam in diesem Jahr zum größten Handelsplatz für Aktien in Europa gemacht. Bei aller Dynamik ist Amsterdam aber objektiv gesehen immer noch klein und liegt hinter Paris und Frankfurt zurück. Europas Ambitionen, mit der weiterhin dominierenden City, den USA und Asien zu konkurrieren, erforderten noch viele Amsterdams, so Laurent. Die EU-Kapitalmarktunion sei dringlicher denn je.

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