Fünf Themen des Tages: Briten feiern Freiheit, Scheichs pumpen

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(Bloomberg) -- Briten feiern Freiheit, Scheichs pumpen mehr Öl, europäische Aktien fallen, Greenwashing-Regeln wirken, und Quant unterliegt im Atomuhr-Krieg. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Briten feiern Freiheit

Tschüss Social Distancing und Küchenbüro. Das war zumindest der Plan. Zwar sind nun in England tatsächlich fast alle Coronabeschränkungen aufgehoben, wegen stark ansteigender Infektionszahlen ist das Land aber weit von Normalität entfernt. Der “Freedom Day” - wie Teile der britischen Presse schreiben - ist keine Feier zum Ende der Pandemie. Viele große Arbeitgeber werden weiterhin Mitarbeiter aus ihren Büros fernhalten. Andere wie Goldman Sachs und JPMorgan werden weiterhin Maskenpflicht in ihren Gebäuden vorschreiben, obwohl die Regierung die Regeln gelockert hat. In Großbritannien gab es am Samstag mehr als 54.000 neue Fälle und am Sonntag mehr als 47.600, mehr als in Indonesien, dem derzeitigen Epizentrum der Pandemie. Premierminister Boris Johnson bleibt gefangen zwischen Libertären und Lockdown-Fans.

Scheichs pumpen mehr Öl

Die Opec und ihre Verbündeten haben sich darauf geeinigt, mehr Öl in die sich erholende Weltwirtschaft zu pumpen. Damit hat das Kartell auch eine interne Spaltung überwunden, die seine Kontrolle über den Rohölmarkt infrage gestellt hatte. Entschärft wurde der ungewöhnlich offen ausgetragene Streit mit einem klassischen Kompromiss zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er erlaubt eine monatliche Erhöhung der Fördermenge um 400.000 Barrel pro Tag. “Konsensbildung ist eine Kunst”, sagte der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman gegenüber Reportern. Die Ölpreise fielen am Montag früh, obwohl die Meinungen darüber, ob das Abkommen bullish oder bearish ist, auseinander gingen. Zumindest könnte der Deal dabei helfen, Inflationssorgen in den Hintergrund zu drängen.

Europäische Aktien fallen

Die Aktien in Europa haben zu Wochenbeginn den Rückwärtsgang eingelegt aufgrund von Befürchtungen, dass das Wiederaufleben der Pandemie die globale Nachfrage belasten wird. Der Stoxx Europe 600 Index steuerte auf ein Sieben-Wochen-Tief zu, angeführt von Banken, Grundstoffen, Reise- und Freizeitaktien. Alle Marktsektoren lagen im Minus. Die Risk-Off-Stimmung “spiegelt die wachsende Besorgnis über die Delta-Variante mit dem Wiederanstieg der neuen Fälle in der ganzen Welt und der Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen in mehreren asiatischen Ländern wider”, schrieben Credit-Agricole-Strategen. In Deutschland gingen Aktien des Herstellers von Luxusauto-Interieurs Novem Group nahe des Platzierungspreises von 16,50 Euro neu in den Handel.

Greenwashing-Regeln wirken

Der europäische Markt für nachhaltige Anlagen ist zwischen 2018 und 2020 um 14% geschrumpft. Das lag nicht an gedämpftem Interesse der Investoren für ESG-Anlagen, sondern daran, dass die Definition verantwortungsvoller Investitionen verschärft wurde. Das Volumen nachhaltiger Anlagen fiel laut Daten der Global Sustainable Investment Alliance in dem Zeitraum von 14 auf 12 Billionen Dollar. Die Anti-Greenwashing-Regeln der EU, bekannt als Sustainable Finance Disclosure Regulation, wurden im März eingeführt und verlangen von Fondsmanagern, die ökologischen, sozialen und Corporate-Governance-Eigenschaften ihrer Finanzprodukte zu bewerten und offenzulegen. Die SFDR “hat effektiv die Messlatte für das, was als nachhaltiges Investment bezeichnet werden kann, neu gesetzt”, so GSIA-Chef Simon O’Connor.

Quant unterliegt im Atomuhr-Krieg

Renaissance Technologies ist mit einem Versuch gescheitert, sich eine Trading-Superwaffe rechtlich schützen zu lassen. Dem Fonds wurde in Großbritannien ein Patent verweigert, das es seinen Computern erlaubt, Trades über mehrere Börsen präzise zu synchronisieren. Die Erfindung besteht nicht nur aus ausgeklügelten Algorithmen und einer Vielzahl von Servern, strategisch an Börsenplätzen positioniert, sondern auch aus Atomuhren, um die Aufträge auf wenige Milliardstel Sekunden genau zu synchronisieren. Das System sei entwickelt worden, um Hochfrequenzhändler daran zu hindern, eingehenden Renaissance-Aufträge an einem Börsenplatz zu erkennen und an einem anderen Börsenplatz gegenläufige Wetten zu platzieren. Renaissance verwaltet größtenteils sein eigenes Kapital, nachdem Investoren innerhalb von sieben Monaten 11 Milliarden Dollar aus dem Fonds abgezogen haben.

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