Fünf Themen des Tages: Boss verschmäht, Erdogan und die Mafia

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(Bloomberg) -- USA mit Kurswechsel bei China, Briten-Milliardär will Hugo Boss nicht, europäische Aktien wenig verändert, Türkei von Mafiaskandal erschüttert, und Seychellen als Impf-Mysterium. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

USA mit Kurswechsel bei China

Die USA treten nach Angaben des Top-Beamten im Weißen Haus für Asien in eine Phase intensiven Wettbewerbs mit China ein. “Die Periode, die allgemein als Hinwendung beschrieben wurde, ist zu Ende”, sagte Kurt Campbell, der Koordinator für indo-pazifische Angelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat. Die US-Politik gegenüber China werde nun unter “neuen strategischen Parametern” operieren und Wettbewerb werde das dominante Paradigma sein. Die unverblümten Kommentare sind eines von mehreren Anzeichen für neue Spannungen zwischen den beiden Ländern. Die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai und Chinas Vizepremier Liu He hatten unterdessen ein “offenes” erstes Gespräch zur Lösung ihrer Differenzen beim Handel. Wechselseitige Zölle auf Handelsgeschäfte in Milliardenhöhe sind weiter in Kraft.

Briten-Milliardär will Hugo Boss nicht

Der britische Sportartikelhändler Mike Ashley wolle nach dem Erwerb einer 15%-Beteiligung an Hugo Boss den deutschen Modekonzern übernehmen, berichtete das Manager Magazin letzte Woche und trieb den Kurs um mehr als 5% hoch. Es werde mit Private-Equity-Firmen verhandelt, hieß es. Am Mittwochabend teilten die Briten dann mit, dass sie nicht beabsichtigten, ein Übernahmeangebot zu machen. Von anfänglichen Verlusten konnte sich das Boss-Papier am Donnerstag rasch erholen und lag am Mittag im Plus. Nach dem Dementi der Briten sei es um so dringlicher, dass Daniel Grieder, der neu Boss bei Boss, der sein Amt am 1. Juni antritt, die seit langem bestehende Schwäche bei Damenbekleidung behebt und den Bereich Freizeitbekleidung ausbaut, heißt es bei Analysten von BI.

Europäische Aktien wenig verändert

Die europäischen Aktien waren am Donnerstag wenig verändert und verharrten in einer Flaute in der Nähe von Rekordständen. Bergbauunternehmen erholten sich mit Basismetallen im Stoxx Europe 600 Index, während Automobilhersteller nachgaben. Rückläufiges Rohöl belastete Energieaktien. “Was wir im Moment erleben, ist wie eine Werbepause - die Marktteilnehmer gehen zum Kühlschrank, holen sich ein weiteres Bier und fragen sich, wie die zweite Hälfte aussehen wird”, sagte Guillermo Hernandez Sampere von MPPM. Airbus stiegen, nachdem das Unternehmen seine Pläne für die Flugzeugproduktion angehoben hatte. In Deutschland fielen Puma, nachdem der Gucci-Eigentümer Kering einen Anteilsverkauf an dem Sportschuhhersteller abgeschlossen hatte. Bayer litten unter anhaltender Rechtsunsicherheit im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup.

Türkei von Mafiaskandal erschüttert

Präsident Recep Tayyip Erdogans Regierungspartei ist nun von einem kleinen Koalitionspartner abhängig, um ihre Macht zu bewahren. Und eine Reihe von dramatischen Korruptionsvorwürfen eines flüchtigen Mafiabosses könnte seine schwindende Popularität weiter beeinträchtigen. Teile der regierenden AKP haben sich den Forderungen der Opposition nach einer Untersuchung von Vorwürfen der Einflussnahme gegen den mächtigen Innenminister Süleyman Soylu und andere Mitglieder von Erdogans Zirkel angeschlossen. Erdogan hat sich stattdessen mit seinem Juniorpartner, der rechtsextremen Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), hinter Soylu gestellt. Sedat Peker, ein krimineller Bandenführer auf der Flucht vor den türkischen Behörden hat Erdogan aufgefordert, seine Reihen von einem kriminellen Netzwerk von Politikern zu säubern und drohte, weitere Informationen zu veröffentlichen.

Seychellen als Impf-Mysterium

Die Seychellen mit ihren knapp 100.000 Einwohnern sind jüngst in den Fokus der Epidemiologen gerückt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung haben dort bereits die erforderlichen zwei Impfungen erhalten. Doch zur Überraschung der Virologen - und zum Entsetzen der Regierung, die auf die Impfkampagne gesetzt hatte, um die vom Tourismus abhängige Wirtschaft wieder anzukurbeln - ist die Zahl der Infektionen weiter angestiegen. Bis zum 13. Mai war ein Drittel der aktiven Fälle - insgesamt etwa 900 - unter Einwohnern, die vollständig geimpft worden waren. Impfstoffskeptiker sahen sich bestätigt, während internationale Gesundheitsexperten sich bemühten, eine Vielzahl von Fragen zu beantworten, ohne über belastbare Daten zu verfügen. Auf den Seychellen erhielten 57% der geimpften Bevölkerung die Impfung von Sinopharm, 43% bekamen den von AstraZeneca entwickelten Impfstoff Covishield. In Israel, dem Land mit der zweithöchsten Impfquote, wo die Covid-19-Infektionen stark zurückgegangen sind, war der dominierende Impfstoff der von BioNTech und Pfizer.

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