Fünf Themen des Tages: Biden-Plan kaputt, Glaube senkt Zinsen

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(Bloomberg) -- Biden-Plan in Scherben, Home Office dank Omikron, europäische Aktien fallen, Nagel ist der neue Weidmann, und Glaube senkt Zinsen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Biden-Plan in Scherben

US-Präsident Joe Bidens rund 2 Billionen Dollar schweres Konjunkturprogramm liegt in Scherben, nachdem Senator Joe Manchin, am Sonntag überraschend seine Unterstützung verweigerte. Bidens Plan war so angelegt worden, dass von der Unterstützung des gemäßigten Demokraten aus West Virginia ausgegangen werden konnte. In einem 50:50 gespaltenen Senat torpediert dessen Schritt nun Bidens Versprechen, die Themen Klimawandel, Gesundheitskosten und Kinderbetreuung anzugehen. Die Kongress-Demokraten müssen jetzt entscheiden, wie sie Teile des Pakets retten können. “Meine demokratischen Kollegen in Washington sind entschlossen, unsere Gesellschaft auf eine Art und Weise umzugestalten, die unser Land noch anfälliger für die Bedrohungen macht, mit denen wir konfrontiert sind”, sagte Manchin.

Home Office dank Omikron

Das Auftauchen der Omikron-Variante des Coronavirus hat einen Großteil der weltweiten Pläne zur Rückholung der Angestellten in die Büros erst einmal auf Eis gelegt. Briten-Premier Boris Johnson hat den Londonern erneut empfohlen, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Tech-Unternehmen in San Francisco verschieben ihre Pläne zur Rückkehr ins Büro oder streichen sie ganz. Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Dienstag mit den Spitzen der Länder über strengere Maßnahmen beraten, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck geht es auch um die Begrenzung von Treffen in geschlossenen Räumen sowie die Schließung von Clubs, um Interaktionen während der Weihnachtsfeiertage zu begrenzen. Die Niederlande gehen in einen vollen Lockdown mindestens bis zum 14. Januar.

Europäische Aktien fallen

Die europäischen Börsen sinken angesichts des Risikos von Lockdowns und Reisebeschränkungen aufgrund der weiteren Ausbreitung der Omikron-Variante so stark wie seit drei Wochen nicht mehr. Der Stoxx Europe 600 brach um bis zu 2,6% ein und lag gegen Mittag noch rund 1,6% im Minus. Vor allem Reise- und Freizeitwerte standen unter Druck. “Wir bleiben für 2022 optimistisch, aber die Wintermonate dürften aufgrund der steigenden Inflation, der anhaltenden Energieknappheit und der Notwendigkeit weiterer Abriegelungen in ganz Europa und Großbritannien schwierig werden”, sagte Joachim Klement von Liberum Capital. “All das wird die Wachstumserwartungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich dämpfen, aber wir bleiben Käufer bei Schwäche, da wir erwarten, dass das Wachstum im Jahr 2022 insgesamt stark bleiben und die Inflation sinken wird.” In Deutschland fielen Airbus nach einem FT-Bericht.

Nagel ist der neue Weidmann

Die Ampelkoalition macht den Bundesbank-Veteranen Joachim Nagel zum neuen Chef der Bundesbank. Der 55-jährige Sozialdemokrat folgt auf Jens Weidmann, der zum Jahresende als Präsident ausscheidet. Die Nominierung eines Managers mit Stallgeruch deutet eher auf den Wunsch nach Kontinuität als nach Wandel hin. Der Volkswirt war 16 Jahre bei der Bundesbank, davon sechs Jahre lang als Vorstandsmitglied, bevor er zur staatlichen Förderbank KfW wechselte. Nagel kehrt zu einem kritischen Zeitpunkt in die Bundesbank zurück und wird einer besorgten deutschen Öffentlichkeit erklären müssen, wie die EZB mit der Inflation umgeht, die in Deutschland 6% erreicht hat. Gender-Argumente waren bei der Entscheidung offensichtlich irrelevant, galten doch auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Vize Claudia Buch als Anwärterinnen.

Glaube senkt Zinsen

Die türkische Lira ist am Vormittag auf Allzeittief gegen den Dollar abgesackt, nachdem Recep Tayyip Erdogan - unter Verweis auf das islamische Wucherverbot - gelobt hatte, die Zinsen weiter zu senken. “Wir senken die Zinsen. Sie können von mir nichts anderes erwarten”, sagte der Präsident am Sonntag im Fernsehen. “Als Muslim werde ich weiterhin das tun”, was die islamische Lehre verlangt, so Erdogan. “So Gott will, wird die Inflation bald sinken.” Es ist das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass Erdogan sich auf die Religion beruft, um den geldpolitischen Kurs zu rechtfertigen, der im Einklang mit seinen Forderungen nach niedrigeren Kreditkosten steht. Die Zentralbank muss ihre Zinssenkungen rückgängig machen, wenn das Land nicht von einer Währungskrise in eine ausgewachsene Wirtschaftskrise stürzen soll, meint Bloomberg-Kolumnist Mohamed El-Erian.

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