Fünf Themen des Tages: Bayer-Investor, Spar-Boni, Omni-EZB

(Bloomberg) -- Bayer-Investor will Aufspaltung, Credit Suisse schrumpft Boni, europäische Aktien steigen, EZB macht Klimapolitik, und: Glaubt nicht der Fed! Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Bayer-Investor will Aufspaltung

Bayer-Aktien stiegen am Mittwochmorgen, nachdem bekannt wurde, dass der aktivistische Investor Bluebell Capital Partners eine Beteiligung unbekannter Größe aufgebaut hat und auf eine Aufspaltung des Pharma- und Agrarchemiekonzerns drängt. Gespräche mit dem Aufsichtsrat seien hinter den Kulissen in den vergangenen Monaten bereits geführt worden. Das Hauptziel des Aktivisten sei die Trennung von Bayers Crop-Science-Geschäft von der Pharmasparte, berichten Eingeweihte. Eine vollständige Zerschlagung wäre sowohl in Bezug auf die Gebühren als auch auf die Ablenkung des Managements kostspielig, meint Bloomberg-Kolumnist Chris Hughes. Die Kernprobleme des Unternehmens — die anhaltende Ungewissheit bezüglich der Monsanto-Haftung und die mangelnde Glaubwürdigkeit des Managements — würde sie nicht lösen.

Credit Suisse schrumpft Boni

Die Credit Suisse könnte ihren Bonuspool für 2022 halbieren, ist zu hören. Im Vergleich zum Vorjahr würde er auf rund 1 Milliarde Franken gekürzt. Im Jahr 2021, als die Bank bereits Verluste im Zusammenhang mit Archegos Capital und Greensill erlitt, wurde der Pool schon um fast ein Drittel reduziert. Spar-Boni sind von der Wall Street über die City bis Paris und Frankfurt derzeit nichts Ungewöhnliches, aber bei der Credit Suisse wird der Gürtel besonders eng geschnallt, und manche Banker werden wohl überhaupt keinen erhalten. Final entschieden ist aber noch nichts. Wegen des anhaltend unsicheren Risiko-Rendite-Profils der Bank hat Vontobel das Kursziel gesenkt. Die Erholung der Bank werde Zeit brauchen. Gegen eine Whistleblower-Klage wegen Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe hat die CS laut BI indessen sehr gute Chancen.

Europäische Aktien steigen

Vor den morgigen US-Verbraucherpreisdaten stiegen die europäischen Börsen aufgrund von Optimismus über eine Abkühlung der Inflation. Der Stoxx Europe 600 Index hat seine 15%-Rally seit Ende September im neuen Jahr weiter ausgebaut. Im Mittagshandel lag er gegenüber dem Vorabend 0,5% im Plus, angeführt von Einzelhandelswerten. “Meiner Meinung nach sind wir jetzt nahe am oder auf dem Höhepunkt der Inflation”, sagte Haig Bathgate von Atomos. “Wenn die Inflation überraschend stark ansteigt, werden die Märkte auf jeden Fall abverkaufen.” In Deutschland stiegen Siemens Energy nach einem Großauftrag. Bayer kletterten nach der Bluebell-Meldung.

EZB macht Klimapolitik

Die EZB könnte Emittenten von Anleihen mit hohen CO2-Emissionen demnächst das Leben schwerer machen. Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hat am Dienstag angedeutet, dass die Währungshüter beginnen könnten, die Bestände an Unternehmensanleihen aktiv so umzuschichten, dass großen Treibhausgasemittenten daraus finanzielle Nachteile entstehen. Sie würden sich also nicht länger damit begnügen, grüne Bonds nur bei Reinvestitionen zu bevorzugen. “Diese Ankündigung wird sich zwangsläufig auf die Spreads auswirken”, sagte Larissa Fritz, Strategin für Festverzinsliche bei ABN Amro. Klimalobbys hatten die Zentralbank dafür kritisiert, ihre wirtschaftspolitischen Lenkungsinstrumente zu zögerlich einzusetzen. Geldpolitik betreibt die EZB nebenbei auch noch: Nur eine Abkühlung der Kerninflation kann nach Ansicht von Ratsmitglied Robert Holzmann etwas an der Entschlossenheit der Notenbanker zur Anhebung der Zinssätze ändern.

Glaubt nicht der Fed!

Anleger sollten bei ihren Wetten auf die weitere Zinsentwicklung eher auf den Anleihemarkt achten als auf die US-Notenbank, rät Bond-Investor Jeffrey Gundlach. Etliche Fed-Entscheider haben angedeutet, dass die Leitzinsen auf über 5% angehoben werden, Treasury-Renditen hingegen sind weit davon entfernt, das einzupreisen. Swaps deuten auf ein Zinsmaximum von unter 5% und beginnende Zinssenkungen vor Jahresende hin. In Europa hat unterdessen die Nachfrage bei Schuldtitel-Emissionen im noch jungen Jahr bereits gut 470 Milliarden Euro erreicht — mehr als das Dreifache des auf dem Konsortialprimärmarkt ausgegebenen Volumens. Es umfasst Unternehmens- und Staatsanleihen. Auf Euro lautende Schuldtitel von Blue-Chip-Unternehmen bringen jetzt eine durchschnittliche Rendite von mehr als 4%.

Was sonst noch so passiert ist

  • 2% US-Rendite

  • Sparkassen auf Auslandsreise

  • Luxus läuft

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