Fünf Themen des Tages: Banker kosten, PBoC, Raubkatzen, Trump

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Banker kosten, Chinas Notenbank schreitet ein, europäische Aktien steigen, Raubkatzen für die Ukraine, und kehrt Trump auf Twitter zurück? Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Banker kosten

Die Inflation frisst sich in die GuV der Schweizer Großbank UBS. Die Kosten steigen um 4%, wie dem Bericht zum ersten Quartal entnommen werden kann, was zum Teil auf einen Anstieg des Personalaufwands zurückzuführen ist. Laut von Bloomberg zusammengestellten Daten ist dieser auf den höchsten Stand seit mindestens dem ersten Quartal 2013 geklettert. CEO Ralph Hamers berichtete auf Bloomberg TV von steigendem Lohndruck insbesondere in den USA und Asien. Für HSBC erklärte CFO Ewen Stevenson zu den aktuellen Quartalszahlen, dass die höheren Kosten der Bank die höhere Inflation widerspiegelten. Lohnerhöhungen würden durch Kosteneinsparungen an anderer Stelle ausgeglichen, sagte er. Auch die Ergebnisse der nordischen Banken dürften laut BI-Analysten von der anziehenden Inflation beeinträchtigt werden.

Chinas Notenbank schreitet ein

Angesichts der Konjunkturängste im Zuge der drakonischen Corona-Lockdowns in China steuert die Notenbank des Landes nun erneut gegen. Die People’s Bank of China teilte mit, sie werde “die Unterstützung der Realwirtschaft durch eine umsichtige Geldpolitik verstärken”. Eine gesunde und stabile Entwicklung der Finanzmärkte soll ebenfalls gefördert werden. Der Onshore-Yuan legte danach erstmals seit sechs Tagen zu. Anfänglich erhielt auch der CSI 300 Aktien-Leitindex einen Schub, schloss dann aber mit einem Minus von 0,8%. Während der Rest der Welt seine Stimulierungsmaßnahmen zurücknimmt, steht China bei dem Versuch, Wirtschaft und Märkte vor der Covid-Krise zu schützen, zunehmend alleine da. Anders als 2020 fehlt diesmal eine noch nie dagewesene globale Liquidität. Das Politbüro steht unter Druck, die Wirtschaft zu stützen.

Europäische Aktien steigen

Die Aktien in Europa stiegen am Dienstag, unterstützt von Chinas Zusage, die geldpolitische Unterstützung zu verstärken, und eine Reihe von Unternehmensberichten. Der Stoxx 600 Europe erholte sich von einem Sechs-Wochen-Tief und lag gegen Mittag rund 0,9% im Plus. “Die Gewinnsaison dürfte insgesamt positiv verlaufen, da die meisten Unternehmen die gestiegenen Kosten im ersten Quartal weitergeben konnten”, sagte Julien Lafargue von Barclays Private Bank per E-Mail. “Allerdings ist die Situation für den Rest des Jahres sehr viel unsicherer und die Prognosen werden wahrscheinlich konservativ ausfallen”. In Deutschland stiegen Deutsche Börse nach Vorlage von Quartalszahlen.

Raubkatzen für die Ukraine

Drei Wochen vor der Landtagswahl in NRW ist die SPD ist bei dem Versuch eingeknickt, die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine auszubremsen. Während die Vorsitzende Saskia Esken noch gestern der Lieferung aus deutschen Beständen eine Absage erteilte, bestätigte heute ihre Parteigenossin, Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, dass Deutschland grünes Licht für die Lieferung von 50 Gepard-Flugabwehrpanzern gibt. Zuvor hatte die Union im Bundestag, die ebenso wie Grüne und FDP auf Panzerlieferungen drängt, einen Abstimmungsvorschlag vorgelegt. Rheinmetall will unterdessen 110 Leopard-Kampfpanzer verkaufen, berichtet das Handelsblatt. Auch 100 Marder-Schützenpanzer sind in der Diskussion. Kursfeuerwerk bei Rüstungskonzernen: Hensoldt und Rheinmetall sind seit Jahresbeginn im Prime All Share Index die besten Aktien mit Kursanstiegen von 100% und 158%.

Kehrt Trump auf Twitter zurück?

Elon Musks Aufschlag, Twitter zu kaufen, hat die Option eröffnet, dass Donald Trump in das soziale Netzwerk zurückkehrt, das ihm den Einzug ins Weiße Haus mitermöglicht hat. Und das noch vor den “Midterm”-Halbzeitwahlen zum US-Kongress im November. Zwar hat der Ex-Präsident gestern gegenüber Fox News erklärt, dass er bei der von ihm gegründeten Plattform namens Truth Social bleiben will. Aber diese kommt kaum voran und die Versuchung könnte daher groß sein, zu Twitter zurückzukehren, wo er vor seiner Verbannung mehr als 88 Millionen Follower hatte. Der Hashtag #BringBackTrump machte auf Twitter die Runde. Kein Wunder, dass Musks neuestes Abenteuer nicht überall auf Freude trifft. Es mag nun einmal nicht jeder den unkontrollierten Meinungsaustausch auf dem öffentlichen Marktplatz, der Twitter nach Musks Wunsch sein soll.

More stories like this are available on bloomberg.com

©2022 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.