Fünf Themen des Tages: Bürogänger-Cash, Dimons $50-Mio-Karotte

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(Bloomberg) -- Daimler hat an knappen Chips zu knabbern, Londoner wollen Geld für Büroarbeit, europäische Aktien steigen, Flut sucht auch China heim, und JPMorgan lockt Dimon mit goldener Karotte. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Daimler hat an knappen Chips zu knabbern

Daimler hat den Umsatz im zweiten Quartal um 44% steigern können, was über der Konsenserwartung lag. Der Mangel an Computerchips bremst derweil den Absatz der Mercedes-Pkw. Entgegen der Planung werden die Verkäufe im Gesamtjahr nicht deutlich steigen. In der laufenden Dreimonatsperiode dürfte der Absatz der Mercedes-Pkw auf dem Niveau des Vorquartals liegen, teilte das Unternehmen mit. Für RBC Capital ist das keine Neuigkeit, seien doch die bisherigen Kommentare der Stuttgarter zu den Folgen des Chipmangels schon “düster” gewesen. Die nun optimistischer formulierten Profitabilitätsaussichten für Daimler Truck seien hingegen eine positive Überraschung. Die Pläne für die Börsennotierung der Sparte liegen laut Unternehmen im Plan. BI sieht die Ebit-Margen bei Daimler und der deutschen Konkurrenz in der zweiten Jahreshälfte im Abwärtstrend.

Londoner wollen Geld für Büroarbeit

Vollzeit zurück ins Büro ja, aber nur für mehr Geld. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Arbeitsplatzanalytikers Locatee unter Londoner Büroangestellten. Nur 17% gaben an, dass sie aktiv ins Büro zurückkehren wollen. Mehr Cash allerdings würde 43% der Angestellten überzeugen. Im Durchschnitt hätten die Londoner gerne so viel mehr, dass davon die Jahreskosten einer einstündigen Pendelstrecke nach Kent abgedeckt wären. Die Untersuchung unterstreicht die Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer “neuen Normalität” für Firmen nach der Pandemie. Fast ein Drittel der Personen, die einen neuen Job suchen, erwarten laut Locatee, mindestens zwei Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Juristen hätten gerne wieder mehr soziale Kontakte zu den Kollegen, haben aber keine Lust, zu Pendelei und starren Arbeitszeiten zurückzukehren.

Europäische Aktien steigen

Die Aktien in Europa kletterten den zweiten Tag in Folge, angetrieben von Unternehmensgewinnen, die die Corona-Sorgen verdrängten. Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche führten einen breiten Anstieg im Stoxx Europe 600-Index an, wobei Fluggesellschaften zu den größten Gewinnern gehörten. Die zunehmende Verbreitung des ansteckenden Delta-Stamms und Beschränkungen zur Bekämpfung von Infektionen in einer Reihe von Ländern haben Investoren in dieser Woche erschreckt. “Die Korrektur, die wir hatten, ist gesund, um einen Teil der Exzesse aus dem Markt zu entfernen und ein besseres Gleichgewicht zwischen Growth und Value zu erreichen”, sagte Katie Koch von Goldman Sachs Asset Management. “Aus langfristiger Sicht sind wir immer noch sehr konstruktiv gegenüber den Aktienmärkten, daher würden wir unseren Kunden empfehlen, Risikoanlagen überzugewichten.” In Deutschland gehörten SAP und Daimler zu den Verlierern. Deutz stiegen nach einer Anhebung bei Warburg, Krones nach einer Heraufstufung bei Stifel.

Flut sucht auch China heim

Rund 100.000 Menschen wurden aus der zentralchinesischen Stadt Zhengzhou evakuiert, nachdem Rekordregenfälle zu schweren Überschwemmungen in der Provinz Henan geführt hatten. Bilder in staatlichen und sozialen Medien zeigten Straßen in der 10-Millionen-Stadt unter Wasser und Passagiere in überfluteten U-Bahn-Wagen, denen das Wasser bis zu den Schultern stand. Bisher gibt es 12 bestätigte Todesfälle. Deutschland hat nach der Flutkatastrophe im Westen und Bayern mehr als 160 Todesopfer zu beklagen. Die Debatte dreht sich nun auch um die Frage nach staatlichem Versagen bei Warnung und Schutz der Bevölkerung vor natürlichen, atomaren, biologischen oder chemischen Katastrophen. Die Union rutschte in der ersten Forsa-Umfrage nach der Katastrophe um 2 Punkte auf 28% ab. Gewinnen konnten einzig SPD und AfD.

JPMorgan lockt Dimon mit goldener Karotte

Aus Jamie Dimons Kalauer zum Ruhestand in fünf Jahren wird gerade Ernst. Dem milliardenschweren Chef von JPMorgan Chase & Co. wurde ein besonderes Geschenk gemacht, um ihn davon zu überzeugen, der größten US-Bank eine weitere “signifikante Anzahl von Jahren” vorzustehen. Ihm wurden 1,5 Millionen Aktienwertsteigerungsrechte zugesprochen, die wie Optionen funktionieren und ihm einen Gewinn bescheren, wenn der Aktienkurs in den kommenden Jahren steigt. Bisher hat Dimon nicht preisgegeben, wann genau er aufzuhören gedenke. Sein Spruch, wann immer er gefragt wird, lautet: das Datum ist noch fünf Jahre entfernt. Dimons Rechte sind laut Schätzungen etwa 50 Millionen Dollar wert, aber er kann sie frühestens nach fünf Jahren ausüben. Solch große Einmalprämien sind nicht ungewöhnlich, aber Banken der Wall Street haben seit der Finanzkrise weitgehend davon Abstand genommen. Mit 65 Jahren ist Dimon der einzige amtierende CEO einer Bank, der ein großes Unternehmen durch diese Turbulenzen gesteuert hat.

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