Fünf Themen des Tages: Apple-Bonus, Mercedes-Ärger, Orbit-Enge

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(Bloomberg) -- Apple zahlt Überraschungsboni, Bafin verdonnert Deutsche Bank, europäische Aktien auf Rekordkurs, Mercedes hat Ärger in China, und im Orbit wird es eng. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Apple zahlt Überraschungsbonus

Apple hat einigen Mitarbeitern beträchtliche Aktienprämien gewährt, um Talente an das Unternehmen zu binden. Letzte Woche informierten die Kalifornier einige Ingenieure in den Bereichen wie Siliziumdesign, Hardware und Software über die außerplanmäßigen Boni, heißt es aus informierten Kreisen. Der überraschende Geldsegen zur Weihnachtszeit reichte von rund 50.000 Dollar bis zu 180.000 Dollar in einigen Fällen. Die Aktien werden über vier Jahre unverfallbar und bieten damit einen Anreiz, beim iPhone-Hersteller zu bleiben. Unterdessen plant Apples Rivale Xiaomi mit F&E-Ausgaben von umgerechnet gut 14 Milliarden Euro über fünf Jahre, Dadurch wollen die Chinesen innerhalb von drei Jahren die weltweit meistverkaufte Smartphonemarke werden und Apple zu deklassieren. Das Unternehmen beschäftigt jetzt mehr als 16.000 Ingenieure.

Bafin verdonnert Deutsche Bank

Die Bafin hat eine Geldbuße in Höhe von 8,66 Millionen Euro gegen die Deutsche Bank verhängt. Als Kontributor zum Referenzzinssatz Euribor habe die Bank zeitweise nicht über wirksame präventive Systeme, Kontrollen und Strategien im Sinne der europäischen Referenzwerte-Verordnung verfügt, so die Aufsicht. Trotz einer Einspruchsmöglichkeit akzeptierte die Bank nach eigenen Angaben die Geldbuße, um “Rechtssicherheit” zu schaffen. Mehr als ein Jahrzehnt nachdem die Finanzkrise Fehlverhalten und mangelhafte Kontrollen aufgedeckt hatte, sind die Banken immer noch mit Abhilfemaßnahmen und aufsichtsrechtlichen Untersuchungen beschäftigt. Auch wenn das Bußgeld vergleichsweise gering ist, deutet es darauf hin, dass die Deutsche Bank ihre Zusagen nach der Aufdeckung des Libor-Benchmark-Skandals nicht vollständig erfüllt hat.

Europäische Aktien auf Rekordkurs

Die europäischen Aktien kletterten im dünnen Handel zwischen den Feiertagen auf ein Rekordniveau, da die Anleger darauf setzen, dass die wirtschaftliche Erholung den Auswirkungen der Omikron-Variante standhalten kann. Der Stoxx 600 Europe Index kletterte bis auf 490,10 und lag gegen Mittag 0,2% im Plus bei 489,28. “Wir bleiben angesichts der gedämpften Anlegerstimmung und der leichten Positionierung durch systematische Strategien kurzfristig konstruktiv für Aktien”, sagte Ulrich Urbahn von Berenberg. “Nächstes Jahr wird es angesichts hoher Bewertungen und geringerer Liquiditätsunterstützung schwieriger werden”. Trotz des berichteten milderen Verlaufs von Omikron-Erkrankungen könnte die schiere Zahl der Infektionen die anhaltenden Engpässe in den Versorgungsketten verschärfen und damit Risiken nächstes Jahr erhöhen.

Mercedes hat Ärger in China

Mercedes-Benz hat Medienberichten zufolge ein Werbevideo von einer chinesischen Social-Media-Seite entfernt, nachdem der Clip wegen der mandelförmig erscheinenden Augen des gezeigten Models dort die Gemüter erhitzte. Das Video sei am Samstag auf dem Weibo-Konto des Autoherstellers veröffentlicht und später aufgrund öffentlicher Kritik entfernt worden, berichtete die Zeitung Global Times der KP Chinas am Dienstag. Mit der Auswahl des Models sei es nach Auffassung mancher in der Netzgemeinde zu einer stereotypischen Darstellung asiatischer Menschen durch ein westliches Unternehmen gekommen. Mercedes steht damit inmitten einer Debatte über Konsumnationalismus in China, in die schon andere westliche Firmen verwickelt wurden. Im November geriet Christian Dior in die Kritik wegen eines Fotos, das laut staatlichen Medien “asiatische Frauen verunglimpft”.

Im Erdorbit wird’s eng

Zwei gefährlich nahe Begegnungen im Weltraum verschärfen die Spannungen zwischen den USA und China und unterstreichen gleichzeitig die potenzielle Gefahr für Astronauten. Zwei SpaceX-Satelliten wären Anfang des Jahres beinahe mit Chinas Raumstation zusammengestossen - einmal verfehlten sie um lediglich 4 Kilometer. Es war der jüngste Beweis dafür, dass in den niedrigen Erdumlaufbahnen voll wird. Dort wird gerade der neue Wettlauf im All ausgetragen. In beiden Fällen wich das Labor den Starlink-Satelliten aus Elon Musks Raumfahrtschmiede aus. Laut Harvard-Astronom Jonathan McDowell sind mehr als 4.800 kommerzielle Satelliten in Betrieb, etwa doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Dazu kommt ein Trümmerfeld von etwa 19.000 Objekten, die vom Radar erfasst werden können. Zu letzterem hat China selbst beigetragen. SpaceX, OneWeb und andere neue Marktteilnehmer starten vermehrt kleinere Satelliten, um Dienste wie Breitband-Internet aus einer niedrigen Erdumlaufbahn anzubieten.

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