Fünf Themen des Tages: Altmaier bremst, Hacker schlagen zu

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(Bloomberg) -- Altmaier bremst Le Maires Elan, Opec-Krise weitet sich aus, europäische Aktien wenig verändert, Cyberangriff auf 40.000 PCs, und Johnson setzt auf Menschenverstand. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Altmaier bremst Le Maires Elan

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dem französischen Vorstoß, der EU ein dauerhaftes Instrument zur Aufnahme gemeinsamer Schulden zu geben, einen Dämpfer verpasst. Nach einer Podiumsdiskussion mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire in Aix-en-Provence sagte Altmaier, dass es “mindestens vier oder fünf Jahre dauern” werde, bis die Mittel des 750-Milliarden-Euro-Pakets ausgegeben sind. Außerdem stehe die Forderung im Gegensatz zum Wahlprogramm der Union, in welchem eine Schuldenunion abgelehnt wird. In den beiden größten Euro-Volkswirtschaften stehen wichtige Wahlen an. Die Siegeschance der Union für die Bundestagswahl am 26. September ist bei den Buchmachern auf 84,5% gestiegen, der Abstand vor den Grünen wächst auf 10 Punkte.

Krise der Opec weitet sich aus

Innerhalb der Opec+ sind Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur weiteren Fördermengenentwicklung eskaliert. Mit Unterstützung von Russland und anderen Produzenten beharrt Riad darauf, dass die Gruppe die Produktion in den nächsten Monaten erhöhen, aber auch ihre weitergehende Vereinbarung bis Ende 2022 verlängern sollte. Die Emirate haben hingegen erneut eine Verlängerung des Abkommens abgelehnt, eine lediglich kurzfristige Erhöhung unterstützt und einen besseren Deal für 2022 gefordert. Der Preis der US-Ölsorte WTI ist am Donnerstag angesichts der Spannungen erstmals seit Oktober 2018 über 75 Dollar geklettert. Das Patt und diametral entgegengesetzte Konsequenzen einer Lösung legen einen Straddle-Trade nahe, heißt es im Markets Live Blog.

Europäische Aktien wenig verändert

Europäische Aktien konnten im Verlauf des Vormittags ihre anfänglichen Kursverluste wettmachen, der Stoxx Europe 600 Index war zuletzt wenig verändert. Auto- und Technologiewerte gehörten zu den Verlierern, Banken entwickelten sich besser als der Index und Rohstoffaktien legten aufgrund höherer Metallpreise zu. Die US-Märkte sind wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. “Die Märkte könnten vorübergehende Zweifel hegen wegen der neuen Coronavirus-Varianten und Befürchtungen, dass sie den Aufschwung zum Entgleisen bringen könnten”, sagte Jaime Espejo von Imantia Capital in Madrid. “Impfungen und Konjunkturprogramme sind längerfristig eine starke Unterstützung für Aktien”. Im Dax gehörten Covestro zu den Gewinnern, die Liste der Verlierer wurde von Fresenius Medical Care angeführt.

Cyber-Angriff auf 40.000 PCs

Eine Ransomware-Attacke hat die IT-Systeme vieler Firmen lahmgelegt. Die mutmaßlichen Täter, eine Gruppe namens REvil, fordert umgerechnet fast 60 Millionen Euro für eine Entschlüsselungssoftware, mit denen alle Geschädigten wieder auf ihre Daten zugreifen können sollen. Mehr als 1.000 Unternehmen und 40.000 PCs sind bereits betroffen, eine Zahl, die laut der Cybersecurity-Firma Huntress Labs noch steigen dürfte. US-Präsident Joe Biden hat eine genaue Untersuchung der Vorgänge angekündigt, aber bislang nicht bestätigt, dass Hacker mit Verbindungen zu Russland hinter den Angriffen stecken. BI-Analysten erwarten, dass Unternehmen wahrscheinlich zunehmend ältere Antiviren-Software ersetzen werden. Aktien von Unternehmen wie Avast, NCC Group, Atos und Darktrace könnten reagieren.

Johnson setzt auf Menschenverstand

Während Deutschland über Strafen für Impfschwänzer diskutiert, setzt der britische Premierminister Boris Johnson auf das “Urteilsvermögen” der Briten, um sich künftig vor Covid-19 zu schützen. Laut einem vorab veröffentlichten Redetext fordert Johnson seine Landsleute auf, so mit der Krankheit zu leben, wie es bereits mit der Grippe geschieht. In zwei Wochen soll dort mit Zwangsmaßnahmen Schluss sein, inklusive der Maskenpflicht. Damit wird den Bürgern nach 16 Monaten beispielloser Regierungsintervention die Verantwortung übertragen, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Die Gegenreaktion von Wissenschaftlern, die eine Aufhebung praktisch aller Beschränkungen als verheerend ansehen, ist vorprogrammiert. Der jüngste Anstieg der Infektionen auf den höchsten Stand seit Januar hat in Großbritannien allerdings nicht zu entsprechend mehr Krankenhauseinweisungen und Todesfällen geführt.

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