Fünf Themen des Tages: Adler stabilisiert, Polen gegen die EU

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(Bloomberg) -- Adler-Aktionär pumpt sich Vonovia-Geld, US-Pleitegefahr um zwei Monate verschoben, europäische Aktien verlieren, Umsätze bei Chinas Bauträgern fallen, Polen verweigert Vorrang von EU-Recht. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Adler-Aktionär pumpt sich Vonovia-Geld

Der größte Aktionär der nach Leerverkaufsattacken unter Druck stehenden Adler Group hat sich angesichts von Nachschusspflichten Hilfe von der Konkurrenz geholt. Vonovia gewährt Großaktionär Aggregate Holdings ein Darlehen im “niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich”. Damit wird die angeschlagene Adler stabilisiert - Aggregate zahlt mit dem Geld einen Margin-Kredit in Zusammenhang mit seinem Aktienpaket an Adler zurück. Im Zuge der Rettungsaktion erhält Vonovia eine Option auf eine 13,3%-Beteiligung an Adler zum Preis von 14 Euro je Aktie - die Hälfte des Pakets, welches Aggregate besitzt. Aktien von Adler waren inmitten der Vorwürfe von Perrings Viceroy Research diese Woche auf ein Rekordtief von 10 Euro gefallen. Adler ist mit über 8 Milliarden Euro verschuldet und Skeptiker befürchten, dass der Verschuldungsgrad noch höher sein könnte, als er scheint.

US-Pleitegefahr um zwei Monate verschoben

Der US-Senat hat am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, das die USA mit einer kurzfristigen Erhöhung der Schuldenobergrenze vor einem Zahlungsausfall bewahrt. Mit der Abstimmung wurde der Streit um den Schuldendeckel lediglich um nicht einmal zwei Monate vertagt, denn die bislang genehmigte Kreditaufnahme von umgerechnet 416 Milliarden Euro dürfte um den 3. Dezember herum aufgebraucht sein. Eine Abstimmung im Repräsentantenhaus, das zustimmen dürfte, steht noch aus. Präsident Joe Biden freue sich darauf, das Gesetz zu unterzeichnen, sobald es die Kammer passiert hat, erklärte das Weiße Haus. Mit der Anhebung der Obergrenze würden Schulden aus der Vergangenheit beglichen, die nichts mit Bidens Wirtschaftsagenda zu tun haben. Eigentlich bräuchten die Demokraten die Republikaner gar nicht für ihre Pläne.

Europäische Aktien verlieren

Die europäischen Aktien fielen zu Wochenschluss, angeführt von Technologiewerten. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um 0,3% im Minus, Aktien aus dem Energiesektor gehörten angesichts von Ölpreisanstiegen zu den größten Gewinnern. “Wir gehen davon aus, dass sich die europäischen Aktienmärkte erholen und das Jahr mit einem Plus abschließen werden, da sich der Markt von den makroökonomischen Sorgen, wie den hohen Energiepreisen und der Diskussion um die US-Schuldenobergrenze, wieder auf die Mikroebene und die Rentabilität der Unternehmen konzentriert”, so Nick Nelson von der UBS. In Deutschland fielen Infineon, nachdem AAC Technologies, einer der asiatischen Apple-Zulieferer, eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte. Cewe stiegen nach Aufnahme mit Kaufempfehlung bei H&A. Daimler stiegen nach einer Heraufstufung bei UBS.

Umsätze bei Chinas Bauträgern fallen

Der kombinierte Umsatz der 100 größten Immobilienunternehmen Chinas sank im September gegenüber dem Vorjahr um 36%. Die Bemühungen der Staatsführung, den Immobilienmarkt abzukühlen und finanzielle Risiken einzudämmen, haben zu einem starken Rückgang der Nachfrage geführt, wodurch hoch verschuldete Bauträger wie China Evergrande Group in Bedrängnis gerieten. Die Krise um den Wohnungsriesen könnte sich noch über Monate hinziehen, sagte Hao Hong, Chefstratege bei BoCom International. Evergrande habe nicht genug Liquidität, um alle Verbindlichkeiten zu begleichen, also müsse jemand die Konsequenzen tragen, so Hong gegenüber Bloomberg. Gerüchte, wonach Evergrande sich aus einem Projekt in der Stadt Guangzhou zurückgezogen habe, wies das Unternehmen am Freitag zurück.

Polen verweigert Vorrang von EU-Recht

Polens oberstes Gericht hat entschieden, dass die polnische Verfassung es der EU verbietet, Einfluss auf Bereiche zu nehmen, in denen das Land keine Befugnisse an die EU abgetreten hat, wie z. B. in Justizangelegenheiten. Wenn die EU nach Belieben jedes polnische Gesetz ändern könnte, wäre die polnische Demokratie ein Schwindel und reine Fiktion, sagte PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski. Justizkommissar Didier Reynders erklärte, die EU werde zur Verteidigung des EU-Rechts “alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen”. Das Bundesverfassungsgericht stellte im vergangenen Jahr fest, dass der EuGH mit der Unterstützung der QE-Politik der EZB seine Kompetenzen überschritten hat. Es bestehe die Gefahr einer “kontinuierlichen Erosion mitgliedstaatlicher Zuständigkeiten”, so die Karlsruher Richter. Die EU-Kommission leitete im Juni daraufhin ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein.

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