Fünf Selbstmordattentate bei Razzien in Flüchtlingslagern im Libanon

Flüchtlingslager im Libanon

Bei Razzien der libanesischen Armee in zwei Flüchtlingslagern an der Grenze zu Syrien haben sich am Freitag fünf Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mindestens sieben Soldaten wurden verletzt, wie die Armee mitteilte. Vier der fünf Attentäter sprengten sich den Angaben zufolge im Flüchtlingslager Al-Nur nahe der Stadt Arsal in der Bekaa-Ebene in die Luft und verletzten drei Soldaten.

Bei einer zweiten Razzia im nahegelegenen Flüchtlingslager Al-Karija sprengte sich weiterer Attentäter in die Luft. Bei diesem Anschlag wurde den Armeeangaben zufolge niemand verletzt. Ein Angreifer habe jedoch eine Granate auf Soldaten geworfen und vier von ihnen verletzt.

Die Soldaten waren am Freitagmorgen in die beiden Flüchtlingslager in der Grenzregion Arsal im Nordosten des Libanon eingedrungen, um "Terroristen" festzunehmen und Waffen zu beschlagnahmen, wie das Militär mitteilte.

Nach UN-Angaben leben im Libanon mehr als eine Million syrische Flüchtlinge - bei einer einheimischen Bevölkerung von vier Millionen Menschen. Das Land ist angesichts des seit 2011 in Syrien tobenden Bürgerkriegs tief gespalten zwischen Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen Gegnern. Die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützt in Syrien die Truppen Assads. Im Grenzgebiet gab es wiederholt Kämpfe zwischen der libanesischen Armee und Dschihadistengruppen.