Füllstand der Gasspeicher in Deutschland steigt auf 91 Prozent – Netzagentur gibt Entwarnung für die Versorgung im Winter

Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland steigt zum Jahresbeginn auf über 90 Prozent. - Copyright: Picture Alliance
Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland steigt zum Jahresbeginn auf über 90 Prozent. - Copyright: Picture Alliance

Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland ist am Freitag auf 90,97 Prozent gestiegen. Das waren 0,16 Prozentpunkte mehr als am Vortag. Das geht aus Daten hervor, die der europäische Gasspeicherverband GIE veröffentlichte.

Nach den warmen Tagen um den Jahreswechsel startet Deutschland mit gut gefüllten Gasspeichern in das neue Jahr. Die Speicher sind so voll, wie zuletzt am 15. Dezember 2022.

Der Vorrat an Erdgas nahm auf 223,8 Terawattstunden zu. Dies allein reicht für den Verbrauch von etwa zwei Wintermonaten. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2022 zusammen waren in Deutschland knapp 227 Terawattstunden Gas verbraucht worden.

Der Verlauf des Füllstandes weicht von den Bestwerten der Vorjahre zwar noch ab. Die Kurve nähert sich diesen Maximalständen aber wieder an.

Die Bundesnetzagentur bewertet den Füllstand der Gasspeicher als „stabil“, die Gaslage insgesamt nun nicht mehr als „angespannt“, sondern nur noch als „weniger angespannt“. In ihrem Lagebericht schrieb die Behörde am Donnerstag: „Eine Gasmangellage in diesem Winter wird zunehmend unwahrscheinlich.“ Der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller sagte: „Ich rechne nicht damit, dass diesen Winter noch etwas schiefgeht.“

In diesem Winter haben die Speicher eine besondere Bedeutung, da Russland kein Gas mehr liefert. Deutschland versucht, die Lücke mit vollen Speichern, Einsparungen beim Verbrauch sowie zusätzlichen Gaslieferungen über bestehende Pipelines aus Norwegen und neue LNG-Terminals für Flüssiggas-Schiffe auszugleichen.

Nach dem Umschwung zum wärmeren Wetter vor Weihnachten sank der Gasverbrauch in der Kalenderwoche 52 zur Vorwoche noch einmal um 21 Prozent. Er lag um 30 Prozent unter dem Mittelwert der vier Vorjahre. Die Woche war 3,8 Grad Celsius wärmer als im Mittel dieser Jahre. Die Netzagentur hält es für nötig, dass der Gasverbrauch um 20 Prozent unter den Vorjahren liegt, damit Deutschland ohne Gasmangel durch diesen und den nächsten Winter kommen kann.

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