Förderbank KfW warnt vor "Ära schrumpfenden Wohlstands"

Die staatliche Förderbank KfW warnt vor einer "Ära anhaltend stagnierenden, womöglich schleichend schrumpfenden Wohlstands" in Deutschland. Gründe seien der Rückgang des Fachkräfteangebots und die schwache Produktionsentwicklung in den Unternehmen, zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag aus einer Studie der KfW. Die Kombination stelle "eine einzigartige Herausforderung dar, die so in der Nachkriegszeit für uns neu ist", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib der Zeitung.

Zu erwarten seien zunehmende Verteilungskonflikte und eine verstärkte Nutzungskonkurrenz um knappe Ressourcen. In der Studie werden drei Gegenmaßnahmen genannt: mehr Menschen in Deutschland in Arbeit bringen, mehr Zuwanderer ins Land locken und die Arbeitsproduktivität steigern, wie die "FAZ" weiter aus der Studie zitierte.

Keine dieser Maßnahmen reiche allein aus - die Nettozuwanderung etwa müsste laut Studie von 330.000 Menschen im Jahr 2021 auf 1,8 Millionen Zuwanderinnen und Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter pro Jahr steigen. Diese Größenordnung sei aber "unrealistisch".

Die KfW schlägt daher unter anderem vor, vor allem die kulturellen und finanziellen Hürden für Frauen abzubauen, die sie bislang daran hinderten, mehr Stunden berufstätig zu sein. "Eine Reform des Ehegattensplittings, die eine Arbeitsaufnahme für beide Ehepartner finanziell attraktiv macht, würde die Fehlanreize verringern", sagte Köhler-Geib der "FAZ". Um mehr Zuwanderer in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, sei es etwa nötig, ihnen schneller Deutschkurse anzubieten, damit sie im Beruf rascher Fuß fassen können. Auch müsse die Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse erleichtert werden.

ilo/pw