Nach Fällen von Blutgerinnseln: US-Behörden empfehlen, Impfstoff-Start von Johnson & Johnson sofort zu pausieren

Alexandra Ma,Dr. Catherine Schuster-Bruce
·Lesedauer: 2 Min.
Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit einer Dosis des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson.
Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit einer Dosis des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson.

In den USA wird eine sofortige Pause hinsichtlich des Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson empfohlen. Es gibt Bedenken bezüglich aufgetretener Blutgerinnsel bei Personen, die den Impfstoff erhalten haben. Sechs Frauen, die den Impfstoff erhalten haben, entwickelten sechs bis 13 Tage nach der Impfung die Blutgerinnsel. Das teilten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und die US-Food and Drug Administration (FDA) am Dienstag in einem gemeinsamen Statement mit.

Nach Angaben der CDC und der FDA starb eine Frau und eine weitere ist in kritischem Zustand im Krankenhaus. Bislang wurden insgesamt 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson an die amerikanische Bevölkerung verabreicht.

"Die CDC werden am Mittwoch eine Sitzung einberufen, um diese Fälle weiter zu untersuchen und ihre Bedeutung zu bewerten. Die FDA wird diese Analyse überprüfen, während sie diese Fälle ebenfalls untersucht", heißt es in der Mitteilung. "Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, empfehlen wir aus reiner Vorsicht eine Unterbrechung der Verwendung dieses Impfstoffs."

Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte am Freitag bekannt gegeben, dass sie den Impfstoff von Johnson & Johnson genau beobachtet, nachdem vier Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften in den USA gemeldet wurden. Eine der Personen war eine Freiwillige aus der klinischen Studie des Impfstoffs, die an einer Blutgerinnungsstörung starb. Die anderen drei erhielten den Impfstoff erst, nachdem er von der FDA genehmigt wurde, so die EMA in einem Statement. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die gleichen Fälle, die von der FDA und CDC beschrieben werden.

Die US-Regierung hat die Befugnis, Impfungen zu stoppen, die sie direkt durchführt, aber nicht jene, die von staatlichen Behörden verwaltet werden. Dennoch erwarten die US-Behörden, dass auch die Bundesstaaten den Einsatz des Impfstoffs pausieren werden.

Diese Empfehlung geht darauf zurück, dass einige Impfzentren in den USA die Impfungen aus unterschiedlichen Gründen pausiert haben. Impfzentren in Colorado, North Carolina und Georgia haben letzte Woche vorübergehend die Verabreichung der Johnson & Johnson-Impfung gestoppt. Zuvor traten bei insgesamt 45 Personen innerhalb von 15 Minuten nach Verabreichung der Dosis leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Ohnmacht oder Benommenheit auf.

Unabhängig davon berichtete die "New York Times" am 6. April, dass 62 Millionen Johnson & Johnson-Dosen auf Verunreinigungen überprüft werden mussten. Grund dafür war, dass Arbeiter in einer Produktionsanlage in Maryland im vergangenen Monat versehentlich einige Inhaltsstoffe des Impfstoffs verwechselt hatten.

Ende Februar veröffentlichte die FDA einen 62-seitigen Bericht über die Ergebnisse der klinischen Studie von Johnson & Johnson. Darin stufte die FDA die Impfung als wirksam und sicher ein.

Auch im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff haben Blutgerinnsel in vielen Ländern zu Überprüfungen und Pausen bei der Verabreichung des Impfstoffs geführt, vor allem in Europa. AstraZeneca wird derzeit jedoch noch nicht in den USA vertrieben.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.