Fähre F 11 vor dem Aus: Wie ein ganzer Kiez um Berlins älteste Fährlinie kämpft

Die Fährlinie F11 verbindet Baumschulenweg mit Oberschöneweide

Lautlos gleitet die Fähre über das im Sonnenlicht glitzernde Wasser. Sanft schlagen die Spreewellen gegen den Bug, bevor das Boot am Steg fest macht. Kein Fährmann wirft ein Seil, vertäut es an einem Pfahl. Die BVG-Fähre F11 findet durch eingebaute Elektromagnete zu ihrem Ankerpunkt. Dort lässt der Schiffsführer per Knopfdruck eine Rampe herunter, über die Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Radfahrer wieder auf festen Boden gelangen.

Seit 1896 gondelt die Fähre zwischen den Anlegestellen Baumschulenweg und Wilhelmstrand in Oberschöneweide hin und her, seit 2014 sogar als umweltfreundliche Solarfähre. Gerade einmal zwei Minuten dauert die Fahrt von Ufer zu Ufer. Doch wenn es nach dem Senat geht, sind die Tage von Berlins ältester Fährlinie Ende des Jahres gezählt. Ihr Schicksal wird wohl ein 420 Meter langer Koloss aus Stahl und Beton besiegeln, der derzeit einige Hundert Meter flussaufwärts entsteht. Die Minna-Todenhagen-Brücke soll ab 2018 die neue Verbindung über die Spree werden und die historische Fähre überflüssig machen.

Am wirtschaftlichen Sinn der Brücke scheint kein Zweifel zu bestehen. Autos und BVG-Busse sollen über sie fahren, auch ein Fuß- sowie ein Radweg werden gebaut. "Mit der Etablierung einer Buslinie über die Brücke entfällt aus der Aufgabenstellung für den Öffentlichen Personennahverkehr heraus die Notwendigkeit für den aufwändigen Übersetzverkehr", schreibt die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr bürokratisch verschnörkelt in einer Antwort auf eine Anfrage de...

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