EZB sieht kurzfristig weniger Risiken für Finanzstabilität

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum hat nach Einschätzung von Europas Währungshütern die kurzfristigen pandemiebedingten Risiken für die Finanzstabilität verringert. "Das Risiko hoher Ausfallraten bei Unternehmen und Verlusten bei Banken ist heute deutlich geringer als noch vor sechs Monaten", befand der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, anlässlich der Veröffentlichung des halbjährlichen Finanzstabilitätsberichts der Notenbank am Mittwoch in Frankfurt. "Die von der Pandemie ausgehenden Risiken sind jedoch nicht völlig verschwunden."

Spannungen in den globalen Lieferketten sowie der jüngste Anstieg der Energiepreise bremsen den Aufschwung. Staaten stehen zudem vor der Herausforderung, ihre in der Corona-Krise deutlich gewachsenen Schuldenberge wieder abzutragen.

Nach Einschätzung der EZB hat auch das Risiko von Preiskorrekturen auf einigen Immobilien- und Finanzmärkten zugenommen. Und die Währungshüter erkennen eine höhere Risikobereitschaft bei Nichtbanken wie Investmentfonds, Versicherern und Pensionsfonds: Diese hätten ihr Engagement in Unternehmensanleihen mit niedrigerem Rating weiter erhöht und könnten erhebliche Kreditverluste erleiden, wenn sich die Bedingungen im Unternehmenssektor verschlechtern sollten, warnten die Währungshüter.

Bei Banken seien die Verluste infolge der Pandemie bislang gering, stellte die EZB fest. Allerdings könnten einige coronabedingte Einbußen erst mit Zeitverzug zum Tragen kommen. Auf längere Sicht blieben niedrige Kosteneffizienz und Überkapazitäten die wichtigsten strukturellen Herausforderungen für die Rentabilität der Banken im Euroraum, bekräftigte die EZB.

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