EZB-Präsidentin: Hohe Inflation darf sich nicht festsetzen

Tallinn (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will ihren Kampf gegen die Inflation entschieden fortsetzen und weiterhin konsequent gegen die Teuerung vorgehen. «Wir dürfen und wir werden es nicht zulassen, dass sich eine hohe Inflation festsetzt. Wir sind entschlossen, die Inflation wieder auf unser mittelfristiges Ziel zu senken, und wir sind entschlossen, die dazu erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen», sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Freitag in einer Rede in Estlands Hauptstadt Tallinn. «Die Inflation in der Eurozone ist viel zu hoch.»

Im Oktober erreichte die Inflationsrate in der Eurozone einen Rekordwert von 10,7 Prozent. In manchen Mitgliedsstaaten wie etwa Estland, wo Lagarde in Tallinn bei einer Veranstaltung der estnischen Zentralbank auftrat, stieg sie in den vergangenen Monaten sogar auf über 20 Prozent. Die EZB strebt für den gemeinsamen Währungsraum mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation an. Um die Teuerung in einzudämmen, hatte die EZB in der vergangenen Woche zum dritten Mal in Folge eine kräftige Zinsanhebung beschlossen

Die Wirtschaft der Eurozone steht nach Angaben von Lagarde derzeit einem «äußerst herausfordernden Umfeld» gegenüber, in dem die Teuerungsrate von mehreren Seiten befeuert werde. «Die Kombination von Schocks, denen wir gegenüberstehen – Krieg, Energie, unterbrochene Lieferketten, Umverteilung der Nachfrage – bedeutet, dass die Inflation wahrscheinlich noch einige Zeit über unserem Ziel bleiben wird», sagte die EZB-Präsidentin. «Wir sind bereit, alle unsere Instrumente innerhalb unseres Mandats anzupassen.»