EZB-Mitglied Smets plädiert für langsamen Ausstieg aus Wertpapierkäufen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Einer der führenden europäischen Notenbanker hat sich für einen langsamen Ausstieg aus dem milliardenschweren Wertpapierkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Da man immer noch mehr Verlässlichkeit mit Blick auf die Inflation brauche, sei eine gewisse Dauer bei der Anpassung des Programms angemessen, sagte der Chef der belgischen Notenbank, Jan Smets, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur MNI. Smets ist auch Mitglied im EZB-Rat.

Die Anpassung der Geldpolitik werde "graduell und vorsichtig" vonstatten gehen, sagte der Währungshüter. Trotz einer robusten Wirtschaft im Euroraum sei nach wie vor eine lockere Geldpolitik nötig, um die Inflation zu stützen. Noch mindestens bis Ende des Jahres kauft die EZB monatlich Wertpapiere im Volumen von durchschnittlich 60 Milliarden Euro. Experten rechnen mit einer schrittweisen Reduzierung ab dem kommenden Jahr.

Wie aus dem vergangene Woche veröffentlichten Protokoll zur jüngsten EZB-Sitzung hervorgeht, diskutierten die Notenbanker verschiedene Varianten eines Ausstiegs aus dem Programm. Dabei wurden Vorteile einer relativ langen weiteren Laufzeit bei einem relativ geringen monatlichen Volumen verglichen mit denen einer kürzeren Laufzeit bei einem entsprechend höheren Kaufvolumen.