EZB laut Nagel nicht fertig mit zu hoher Inflation: L’Express

(Bloomberg) -- Der Kampf der Europäischen Zentralbank gegen die Inflation ist laut Bundesbankpräsident Joachim Nagel noch nicht vorüber.

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“Unsere Aufgabe ist es, die Preise in der Eurozone stabil zu halten — und die Inflation ist in ganz Europa viel zu hoch”, sagte er in einem Interview mit L’Express. “Wir müssen die Inflation eindämmen. Unsere Aufgabe ist noch nicht erledigt.”

Im EZB-Rat verschärft sich die Debatte über den künftigen geldpolitischen Kurs. Während eine weitere Anhebung der Kreditkosten um einen halben Punkt auf der Februar-Sitzung bereits beschlossene Sache zu sein scheint, ist das Ergebnis für März derzeit weniger klar.

Einige Notenbanker aus Südeuropa — darunter Yannis Stournaras aus Griechenland und Ignazio Visco aus Italien — drängen auf ein allmähliches Vorgehen, während Falken wie Robert Holzmann aus Österreich und Klaas Knot aus den Niederlanden auf einer längeren Abfolge von größeren Schritten bestehen. Die EZB hat die Zinsen seit Juli um 250 Basispunkte erhöht.

Im gemeinsamen Interview mit Nagel betonte sein französischer Amtskollege Francois Villeroy de Galhau, dass die EZB “wahrscheinlich bis zum Sommer den Höhepunkt der Zinsen erreicht haben wird.”

Villeroy geht davon aus, dass die Inflation bis Ende 2024 oder Anfang 2025 auf die 2%-Marke zurückgehen wird.

“Der EZB-Rat ist entschlossen, mittelfristig eine Inflationsrate von 2% im Euroraum zu erreichen”, sagte Nagel. “Wir müssen alles Notwendige tun, um die Preisstabilität wiederherzustellen.”

Überschrift des Artikels im Original:Nagel Says ECB Isn’t Done on Far Too High Inflation: L’Express

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