EZB erwägt Obergrenze für riskanteste Leveraged Loans bei Banken

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(Bloomberg) -- Die Europäische Zentralbank erwägt offenbar Beschränkungen für die risikoreichsten Leveraged Loans in den Kreditbüchern der Banken. Hintergrund sei die Befürchtung, es könne auf dem Markt für Kredite an hochverschuldete Unternehmen zu Verwerfungen kommen, berichten mit der Diskussion vertraute Kreise.

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Der EZB-Aufsichtsrat hat diskutiert, ob neu aufs Buch genommene Kredite besonders verschuldeter Unternehmen auf einen bestimmten Anteil der Bilanzsumme begrenzt werden sollten, sagen die Personen, die nicht genannt werden wollten. Einige Mitglieder sind jedoch skeptisch und wollen die Banken gewähren lassen, wenn diese zeigen können, dass sie das Risiko angemessen managen, sagen die Personen. Die Diskussion ist in einem frühen Stadium und Obergrenzen könnten am Ende verworfen werden.

Leveraged Loans haben in diesem Jahr vor allem in den USA einen Höhenflug erlebt. Ein Grund ist, dass Private-Equity-Firmen sich aus Unternehmen herausziehen, ein anderer die Suche nach Rendite. Die Deutsche Bank AG etwa ist in dem lukrativen Geschäft seht aktiv und wäre sehr stark betroffen, wenn es zu der Deckelung käme.

Der Leveraged-Loans-Bereich der Frankfurter Geldhauses erwirtschaftete 2020 einen Ertrag von mehr als 300 Millionen Dollar (267 Millionen Euro) und war führend an einigen der größten Deals beteiligt, etwa einem 23 Millarden Dollar schweren Kredit an T-Mobile zur Übernahme des Konkurrenten Sprint.

Eine EZB-Sprecherin und ein Sprecher der Deutschen Bank wollten sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Typischerweise verkaufen Banken den Großteil ihrer Leveraged Loans an Investoren weiter und behalten nur einen kleinen Teil auf dem eigenen Buch. Eine der Sorgen der Aufseher ist, ob es im Abschwung weiter Käufer für die Kredite geben wird. Schon vor der Pandemie hatten die Währungshüter den Banken geraten, bei Leveraged Finance vorsichtig zu sein.

Die Deutsche Bank hatte bereits nach Feedback von Seiten der EZB ihre Risiken in diesem Bereich reduziert, sagte Finanzvorstand James von Moltke im Juli. Zuvor hatte Bloomberg berichtet, dass der Bank höhere Kapitalanforderungen drohen würden, wenn sie bei Leveraged Loans nicht kürzer trete.

Die Erträge der Frankfurter aus dem Kreditgeschäft stiegen im dritten Quartal um 12% auf 416 Millionen Euro. Die Bank verwies darauf, dass “der Bereich Leveraged Debt Capital Markets deutlich von einer hohen Aktivität an den Märkten profitierte” und damit “die Normalisierung im Geschäft mit Anleihen guter Bonität (Investment Grade) mehr als ausglich”.

Neben der Deutschen Bank gehören Barclays Plc, BNP Paribas SA und Credit Suisse Group AG zu den größten europäischen Akteuren in dem Geschäft.

Die EZB behält die anwachsenden Risiken im Bereich Leveraged Finance jedenfalls weiter im Blick, erklärte Elizabeth McCaul, ein Mitglied des EZB-Aufsichtsrats, in einer Rede am Mittwoch.

“Wir sind besorgt über die zunehmenden Risiken im Markt für Leveraged Loans, der getrieben ist von der Suche nach Rendite in einem Umfeld anhaltend niedriger Zinsen”, sagte McCaul. Die Zunahme der Emissionen werde überdies “von einer Lockerung der Kreditvergabestandards begleitet”.

Überschrift des Artikels im Original:

ECB Is Said to Consider Firm Limits on Riskiest Leveraged Loans

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