EZB erhöht Kapitalquote für Deutsche Bank wegen Leveraged Loans

(Bloomberg) -- Die Deutsche Bank AG hat bestätigt, dass die Europäische Zentralbank ihr eine höhere Mindestkapitalanforderung aufgebrummt hat. Hintergrund ist das Drängen der Bankenaufsicht, die Risiken im lukrativen Geschäft mit der sogenannten Leveraged Finance zurückzufahren.

Die Frankfurter müssen in diesem Jahr hartes Kernkapital in Höhe von 10,55% der risikogewichteten Aktiva vorhalten, eine Erhöhung von 12 Basispunkten gegenüber der zuvor gültigen Quote von 10,43%, wie die Deutsche Bank am Freitag nach Börsenschluss mitteilte. Die Firma übertrifft die Vorgabe deutlich mit 13,33% zum Ende des dritten Quartals.

“Der Anstieg ist auf die von der EZB neu eingeführte separate Bewertung der Risiken aus so genannten Leveraged-Finance-Geschäften zurückzuführen”, schreibt die Bank in ihrer Mitteilung. Leveraged Finance — wörtlich “gehebelte Finanzierung” — ist Branchenjargon für das Kreditgeschäft mit bereits hoch verschuldeten Unternehmen.

Bloomberg hatte bereits im November berichtet, dass unter anderen Deutsche Bank und BNP Paribas SA steigende Kapitalanforderungen im Zusammenhang mit Leveraged Loans drohen. Die EZB hat wiederholt erklärt, dass einige Kreditgeber die Risiken in diesem Bereich ihrer Meinung nach nicht richtig einschätzen.

Vorstandschef Christian Sewing hat dem wiederholt widersprochen und erklärt, er brauche keine Warnungen von der Aufsicht, um sein Risiko in den Griff zu bekommen.

Die Aktie der Deutschen Bank tendierte am ersten Handelstag des neuen Jahrs freundlich und stieg etwas stärker als der Sektor um 1,8% auf 10,78 Euro, den höchsten Kurs seit April.

Überschrift des Artikels im Original:ECB Raises Deutsche Bank Capital Bar in Leveraged Loan Crackdown

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