EZB-Direktorin Schnabel hält weitere Zinssenkung für möglich

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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte laut Direktorin Isabel Schnabel auf ihrer nächsten Sitzung im Dezember als Antwort auf die andauernde Coronakrise die Zinsen senken. "Unsere Analysen zeigen, dass eine weitere Senkung möglich wäre, ohne an den Punkt zu gelangen, an dem sie nicht mehr wirkt oder sogar schadet", sagte Schnabel im Interview mit dem "Handelsblatt" laut einer am Dienstag verbreiteten Vorabmeldung. Eine Vorentscheidung sei zwar noch nicht gefallen, aber die wirtschaftliche Situation sei inzwischen eine andere als noch im März.

Es gehe darum sicherzustellen, dass die Banken ihre Kreditstandards nicht zu sehr verschärften: "Das beobachten wir genau. Der wirtschaftliche Abschwung darf durch den Bankensektor nicht noch verschärft werden", sagte die deutsche EZB-Direktorin. Im März sei es dagegen darum gegangen, die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Der Einlagesatz der EZB liegt derzeit schon bei minus 0,5 Prozent. Zu dem Zinssatz können Banken Geld bei der EZB über Nacht parken. Mit dem negativen Satz will die Notenbank die Banken dazu bringen, mehr Geld zu verleihen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte auf der letzten Sitzung der EZB weitere Lockerungsschritte in Aussicht gestellt. Sie schloss auch keine Instrumente aus. Bisher hat die Notenbank aber vor allem mit ihrem Corona-Notprogramm PEPP auf die Krise reagiert. Es umfasst Anleihekäufe im Umfang von 1,35 Billionen Euro.