Extremismus: Morddrohungen gegen Berliner Islam-Reformerin Seyran Ateş

Seyran Ateş bei der Moschee-Eröffnung

Nach der Eröffnung einer liberalen Moscheegemeinde in Moabit hat die Frauenrechtlerin Seyran Ateş Morddrohungen erhalten. Am Sonntag veröffentlichte sie auf Facebook die Privatnachricht eines Users namens Mustafa O. Dieser schickte ihr ein Pistolen-Symbol zu, dazu kommentierte er: "Bald".

Nicht nur in privaten Nachrichten, auch in Kommentarspalten auf Facebook lassen einige radikale Muslime ihrem Hass freien Lauf. "Die Alte macht grade ihr Testament", kommentiert "Isa Sun" unter einem Video zu der liberalen Moscheegemeinde. "Ateş ich hoffe du verbrennst in der Hölle", schreibt ein anderer. "Fatoş G." empfiehlt: "Kopf gegen die Wand schlagen". Auf Anfrage bestätigte die 54-Jährige die zahlreichen Bedrohungen.

In der vergangenen Woche hatte die deutsch-türkische Anwältin in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet, die sich momentan in Räumlichkeiten der Moabiter St. Johannis-Gemeinde befindet. Nicht nur sämtliche Strömungen des Islams sollen hier Platz finden, sondern auch Juden, Christen und Atheisten. Frauen und Männer beten hier, anders als in anderen muslimischen Gotteshäusern, gemeinsam.

"Das muss gestoppt werden"

Der liberale Ansatz versetzt viele konservative Muslime und Islamisten offenbar in rasende Wut, wie die Anfeindungen in den sozialen Netzwerken zeigen. Ateş selbst weist in einem Video vor allem auf Beiträge eines radikalen Berliner Islamkonvertiten, Martin L., hin. Der ehemalige Reporter wirft ihr unter anderem einen "Kreuzzug gegen den Islam" vor.

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