"Extreme Dürre": Deutschlands Landwirten drohen hohe Verluste

Die anhaltende Trockenheit macht Landwirten in Deutschland zu schaffen.

Besonders im Norden und Osten ist die Lage angespannt.

An diesem Dienstag wollen Bund und Länder bei einem Gipfel in Berlin über die Lage beraten.

Für Bauernpräsident Joachim Rukwied ist eines schon klar: die Landwirte brauchen Finanzhilfen vom Staat.

Eine Milliarde Euro seien notwendig, um die Ernteausfälle auszugleichen, sagt Rukwied.

Im Schnitt rechnet er für dieses Jahr mit 20 Prozent weniger Getreide und 30 Prozent weniger Raps als in den vergangenen Jahren.

In einigen Fällen würde dieses Jahr aber sogar bis zu 70 Prozent weniger eingebracht. Das sei existenzbedrohend.

Seit Monaten gibt es vielerorts kaum Niederschlag. Dafür sind die Temperaturen teils ungewöhnlich hoch.

Die Folge: extreme und vielfach außergewöhnliche Trockenheit, wie der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt.

Und das bedeutet: Getreide, Früchte, Gras gedeihen nicht richtig oder verdorren.

So sind zum Beispiel viele Kartoffeln kleiner als sonst, heißt: auch die Pommes könnten demnächst kleiner werden.

Und weil vielen Milchbauern das Gras für ihre Kühe ausgeht, haben sie mehr Tiere als sonst zum Schlachter geschickt.

Zurück zu Rukwied: Die Reaktionen auf seine Forderung sind in der Politik geteilt.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will Finanzhilfen prüfen lassen.

Auch die FDP unterstützt die Bauern.

Die SPD warnte allerdings davor, dass man dann auch anderen Wirtschaftsbetrieben helfen müsste.

Und die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckart sagte, die industrielle Landwirtschaft sei mitschuld an der Klimakrise und damit auch an dem Hitzewetter.