Exporte nach Russland erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich eingetrübt. "Die Protektionismus-Debatte hinterlässt Spuren bei den deutschen Exporteuren", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest

Trotz der internationalen Sanktionen gegen Russland sind die Ausfuhren deutscher Unternehmen dorthin erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen. Sie legten im vergangenen Jahr im Vorjahresvergleich um rund 20 Prozent zu, auf einen Wert von 25,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Auch die Einfuhren aus Russland nach Deutschland - hauptsächlich Öl und Gas - stiegen stark: um fast 19 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro.

Deutsche Unternehmen exportieren nach Russland vor allem Maschinen, Autos und chemische Erzeugnisse, wie die Statistiker weiter mitteilten. Aus Russland kamen neben Öl und Gas vor allem Mineralölerzeugnisse und Metalle nach Deutschland.

Die deutsche Wirtschaft hatte erst vergangene Woche betont, dass das Russland-Geschäft wieder besser laufe. In diesem Jahr wird es nach Einschätzung der Unternehmen weiter bergauf gehen, erklärte die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer. Demnach profitieren die deutschen Firmen von der Erholung der russischen Wirtschaft. 2017 war die russische Wirtschaft erstmals nach zwei Jahren wieder gewachsen.

Belastet werden die Wirtschaftsbeziehungen weiterhin von den Sanktionen, die wegen des Ukraine-Konflikts gegen Russland verhängt wurden. Die Linke bezeichnete die Zahlen als "erfreuliche Trendwende", bemerkte aber, dass der Handel mit Russland noch nicht wieder das Niveau der Zeit vor den Sanktionen erreicht habe.

Die Bundesregierung müsse ihre "unsinnige Sanktionspolitik gegenüber Russland" beenden, forderte der Linken-Politiker Klaus Ernst. "Frieden, Sicherheit und Stabilität" gebe es nur mit und nicht gegen Russland. Das gelte auch für die Energiepolitik und den Import von russischem Gas.