Exportüberschuss der EU mit den USA 2017 weiter gestiegen

Container-Terminal in Hamburg

Der Überschuss der EU im Warenhandel mit den USA ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte, lag der Wert der Exporte um 120,8 Milliarden Euro über der Summe der Importe aus den Vereinigten Staaten. Der Handelsbilanzüberschuss fiel damit um nochmals 7,7 Milliarden Euro höher aus als im Jahr 2016.

US-Präsident Donald Trump verfolgt eine national ausgerichtete Wirtschaftspolitik unter dem Motto "Amerika zuerst" und kritisiert regelmäßig die hohen Exportüberschüsse der Europäer. Im Januar warf er der EU "sehr unfaire" Handelspraktiken vor. Im Visier hat Trump dabei vor allem das wirtschaftsstarke Deutschland, das seit Jahren hohe Exportüberschüsse erzielt.

Die USA hatten jüngst hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen und Waschmaschinen verhängt, was aber vor allem China und Südkorea trifft. Die EU hatte daraufhin aber bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollten auch europäische Produkte Handelsbeschränkungen unterworfen werden.

Ein Handelskrieg wäre aber für die EU wenig wünschenswert. Denn die USA sind vor China und der Schweiz der mit Abstand größte Absatzmarkt. Eurostat zufolge wurden im Jahr 2017 Waren im Wert von 375 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Dies waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wert der Einfuhren aus den USA legte dabei gleichzeitig nur um 1,5 Prozent auf 254,2 Milliarden Euro zu.

Im Handel mit allen Ländern außerhalb der EU ging der europäische Überschuss 2017 gleichzeitig zurück. Er fiel laut Eurostat um sieben Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro. Grund war ein anhaltend hohes Handelsbilanzdefizit der Europäer mit China (176 Milliarden Euro) und deutlich ausgeweitete Defizite im Warenaustausch mit den Öl- und Gaslieferanten Russland (58,8 Milliarden Euro) und Norwegen (26,7 Milliarden Euro).