Explosionsgefahr bei der A350

Dringende Sicherheitswarnung für die A350 von Airbus: Die europäische Flugsicherheitsbehörde sieht Explosionsgefahr durch Versagen einer Hydraulikpumpe an Bord. Nun soll ein Softwareupdate Abhilfe schaffen.

Die europäische Flugsicherheitsbehörde Easa hat wegen Explosionsgefahr eine Nachbesserung des Langstreckenflugzeugs Airbus A350 angeordnet. Bei Maschinen der bisher einzigen ausgelieferten Unterbauart A350-900 könne das Versagen einer Hydraulikpumpe zu einer Entzündung des Kraftstoff-Luftgemischs im Treibstofftank führen, erklärte die Easa am Donnerstag.

Der Hersteller Airbus teilte mit, die Schwachstelle könne mit einem Softwareupdate behoben werden. Man habe die betroffenen Fluggesellschaften informiert. Airbus prüfe, ob weitere Maßnahmen nötig seien. Die Airbus-Aktie notierte am Vormittag kaum verändert.

Lesen Sie auch: Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen

Solche Sicherheitswarnungen der Behörden sind bei neuen Flugzeugmodellen nicht ungewöhnlich. Im Dauereinsatz zeigen sich häufig noch Mängel, die bei der Entwicklung und trotz intensiver Testreihen nicht gefunden wurden. Allerdings ist die aktuelle Warnung der Easa schon auffällig. Es ist nämlich die höchste Sicherheitsstufe, die die Behörde aussprechen kann.

Die Ursache des Problems ist allerdings heikel, denn die Fehlerquelle, eine Hydraulikpumpe, liegt im Tank des Flugzeugs. Die Pumpe selbst und damit die durch sie fließende Hydraulikflüssigkeit können überhitzen. Bis dahin ist das Problem kontrollierbar. Denn die Tanks besitzen ein ausgeklügeltes System, das das explosionsfähige Gemisch reguliert. Dadurch wird die Explosionsgefahr so weit wie möglich unter Kontrolle gehalten. Die Easa warnt aber, dass schon ein Fehler in diesem System ausreiche, um aus der Kombination von Hitze und Treibstoff eine hochexplosive Gefahr zu machen.

Airbus hat nach eigener Aussage alle Kunden informiert. Eine erste Maßnahme ist ein Softwareupdate, das die Überhitzungsgefahr reduziert. Die Lufthansa etwa hat dieses Update bei ihren vier A350 bereits aufgespielt. Gleichzeitig hat Airbus eine Anweisung herausgegeben, dass ein Flugzeug bei einer Fehlermeldung im Hydrauliksystem nicht abheben darf.

Vor wenigen Wochen hatte die Easa bereits eine sogenannte Lufttüchtigkeitsanweisung für die A350 herausgegeben. So muss das elektrische System regelmäßig neu gestartet werden, um zu verhindern, dass es sich aufhängt.

Airbus hat seit der Erstauslieferung der A350 im Jahr 2014 mehr als 100 Maschinen dieses Typs ausgeliefert. Der Langstreckenjet wird unter anderem auch bei den asiatischen Fluggesellschaften Singapore Airlines, Cathay Pacific und Qatar Airways eingesetzt. Airlines setzen derzeit bei ihren Langstreckenflotten gern auf normalgroße Großraumjets wie den Airbus A350 und Boeings 787 „Dreamliner“, die sich auf einer Vielzahl von Routen rentabel einsetzen lassen.

Sehen Sie auch: Dieses Flugzeug-Geheimnis haben Sie noch nicht gewusst