Explosion vor Moschee in Kabul bei Taliban-Trauerfeier - mehrere Tote

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In Kabul sind durch eine Explosion vor einer Moschee mindestens zwei Menschen verletzt und mindestens drei weitere verletzt worden.

"Unmittelbar vor der Explosion hatten die Taliban die Straße abgesperrt, weil in der Moschee ein Gebet für die Mutter von Zabihullah Mujahid stattfinden sollte", erklärte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP.

Zabihulla Mujahid, ein Sprecher der Taliban-Regierung, hatte am Vortag in den sozialen Netzwerken Ort und Zeitpunkt der Zeremonie zum Gedenken an seine Mutter bekannt gegeben.

Der letzte Anschlag in Kabul war am 26. August: Bei einer Bombenexplosion am Flughafen, zu der sich eine Untergruppe des sogenannten "Islamischen Staat" bekannt hatte, wurden 72 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt.

Zuvor hatten die Taliban auf einem Gelände in einem Vorort von Kabul eine Art Siegesfeier veranstaltet.

Dutzende schwer bewaffnete Wachen waren postiert, während Taliban-Kämpfer in Pick-up-Trucks ankamen und mit Spruchbändern zu Ehren der Gefallenen begrüßt wurden, wie ein AFP-Journalist berichtete.

"Amerika ist besiegt. Niemals. Unmöglich. Aber möglich", war eines der Lieder, die zur Begrüßung gespielt wurden, eine seltene Darbietung von Musik, die eigentlich nach den Regeln der islamistischen Herrscher verboten ist.

Etwa 1.500 Anhänger der Bewegung, fast alle unbewaffnete Männer und Jungen, waren in offenen Zelten versallemt, um den fast vierstündigen Reden zuzuhören.

"Dies ist der Tag, auf den wir gewartet haben", sagte Khalil Haqqani, der neue Flüchtlingsminister, der seit 2011 auf der Terror-Fahndungsliste der USA steht und auf dessen Ergreifung ein Kopfgeld von 5 Millionen Dollar ausgesetzt ist. Er gehört zumvon seinem Bruder Jalaluddin gegründeten so genannten Haqqani-Netzwerk von Taliban-Kämpfern. Anders als das Publikum hatte Haqqani sein Gewehr auf dem Rednerpult mit dabei.

"Wir haben unser Ziel erreicht, aber es muss geschützt werden", sagte er auf der Kundgebung in der Gemeinde Kohdaman. Khalil Haqqani versprach dem Land trotz der fast einhelligen Skepsis und Ablehnung der internationalen Gemeinschaft eine "glänzende Zukunft".

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