Expertenkommission fordert mehr Anstrengungen für Digitalisierung in Deutschland

Wissenschaftler haben an die künftige Bundesregierung appelliert, im Bereich Digitalisierung schnell zu investieren. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) forderte mehr digitale Bildung an Schulen und einen raschen Breitbandausbau

Wissenschaftler haben an die künftige Bundesregierung appelliert, vor allem im Bereich Digitalisierung schnell zu investieren. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) forderte in einem am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten unter anderem mehr digitale Bildung an Schulen und einen raschen Breitbandausbau. Die Experten warnten vor einem Fachkräftemangel und "digitalen Analphabeten".

"Angesichts der internationalen Herausforderungen und des digitalen Wandels müssen wir in der Innovationspolitik Gas geben", erklärte der Kommissionsvorsitzende Dietmar Harhoff anlässlich der Übergabe des Gutachtens an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Wissenschaftler bescheinigten Deutschland aber zugleich in den vergangenen Jahren eine "positive Dynamik", an die die künftige Regierung angesichts der verzögerten Regierungsbildung zügig anknüpfen sollte.

Die Expertenkommission berät die Bundesregierung und legt seit 2008 regelmäßig Gutachten vor. Dem Gremium gehören sechs Wirtschaftswissenschaftler von verschiedenen Universitäten und Instituten an.

In ihrem Jahresgutachten mahnen sie vor allem im Bereich Digitalisierung rasche Fortschritte an. "Der seit geraumer Zeit geplante Digitalpakt Schule sollte endlich auf den Weg gebracht werden", erklärte die Kommission. "Hier muss jetzt geklotzt und nicht gekleckert werden, da Deutschland sonst hinter anderen Ländern weiter zurückfällt", mahnte Harhoff.

Die Kommission sieht auch einen hohen Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich. In jedem Fall müsse das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften durch verbesserte digitale Bildung an Schulen und Hochschulen, in der dualen Berufsausbildung und der Weiterbildung erhöht werden, erklärte Kommissionsmitglied Uschi Backes-Gellner. Ein mögliches "digitales Analphabetentum" müsse verhindert werden.

Die Kommission bezeichnete zudem die Breitbandinfrastruktur in Deutschland als "nicht wettbewerbsfähig". Diese Schwäche bedrohe schon kurz- und mittelfristig die Innovationsfähigkeit des Landes. Sie erwarteten "ambitionierte Ausbauziele und deren baldige Umsetzung", erklärten die Experten.

Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich überzeugt, dass Deutschland bereits für "Wissenschaft und Forschung auf einem Spitzenniveau" stehe. Der neue Koalitionsvertrag nenne zudem einige wichtige Förderansätze.

Die geschäftsführende Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, Deutschland sei gut aufgestellt. "Um unseren Wohlstand und unsere Spitzenposition zu wahren, müssen Bildung und Forschung in Bund und Ländern weiterhin Priorität haben", mahnte die Ministerin. So müsse etwa die digitale Bildung gestärkt werden.