Experten warnen: Klimawandel könnte viele psychisch krank machen

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Der Klimawandel bedroht nicht nur unser Leben auf der Erde, sondern hat auch gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Menschen in aller Welt, berichten Wissenschaftler.

Wetterextreme mit Auswirkungen wie Waldbränden, Flutkatastrophen, Wirbelstürmen und Dürreperioden nehmen zu. Damit einhergehend sollen auch Angststörungen, Depressionen und sogar Selbstmordraten steigen.

"Psychische Erkrankungen sind derzeit der unbemerkte Nebeneffekt des Klimawandels", erklärte Emma Lawrance vom Imperial College London, die die Hauptautorin des Berichts war. "Es ist ein großes Problem, das künftig immer mehr Menschen betreffen und die Ungleichkeit verstärken wird."

Wer sein Zuhause verliert, ständiger Flutgefahr ausgesetzt ist, Angehörige in einem Großbrand verloren hat oder seine Existenz durch Dürre bedroht sieht, erlebt dadurch Schock und Trauma und kann in der Folge unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Angstzuständen oder Depressionen leiden. Wenn sich der Zugang zu Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung aufgrund von Wetterextremen verschlechtert oder gar wegfällt, hat dies ebenfalls Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Beispiele dafür fanden sich bei von Überflutungen betroffenen Menschen in Thailand und in Großbritannien, bei Menschen, die im Sudan und in Australien Dürrekatastrophen durchzustehen hatten und bei Personen, die durch Wirbelstürme in Florida ihr Heim verloren. Diese psychischen Auswirkungen müssten von Politikern und Planern viel mehr beachtet und berücksichtigt werden, erklärte Emma Lawrance.

Millionen von Menschen sind dadurch bedroht, aber besonders sorgen sich die Wissenschaftler auch um junge Menschen, denen die Angst um die Umwelt zu schaffen macht. Während sich im vergangenen Jahr die Covid-19-Pandemie in der gesamten Welt ausbreitete, gaben viele junge Menschen in Großbritannien an, dass die Klimaprobleme ihnen mehr Stress bereiten würde als die Pandemie.

"Viele berichten von zunehmender Not und Verzweiflung und es wird eine enorme Anzahl von Menschen betreffen", zitierte der 'Guardian' Emma Lawrance. "Die Trauer und Angst, die damit einhergehen, vor allem auch bei jungen Menschen, die die Tatenlosigkeit in Bezug auf das Klima mit ansehen, können die Verzweiflung verstärken."