Experten: Ukrainische Frauen nicht an Niedriglohnsektor verlieren

NEUSS/BERLIN (dpa-AFX) - Die oft gut ausgebildeten Frauen unter den Flüchtlingen aus der Ukraine sollten Experten zufolge in Deutschland nicht im Niedriglohnbereich landen. Viele wollten nach ihrer Ankunft trotz fehlender deutscher Sprachkenntnisse möglichst schnell arbeiten und hinzuverdienen, sagte Sozialwissenschaftlerin Ildiko Pallmann vom Minor Projektkontor für Bildung und Forschung am Donnerstag. Über rechtliche Fragen, das Arbeitsmarktsystem oder den Mindestlohn seien sie häufig noch nicht informiert. "Das erhöht die Gefahr, in ausbeuterische Arbeit zu gehen", sagte Pallmann.

Bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt müsse oberstes Ziel sein, die Frauen passend zu ihren Qualifikationen einzustellen. Man müsse achtgeben, "dass man Frauen nicht dauerhaft an den Niedriglohnsektor verliert", mahnte Pallmann bei einem Pressegespräch des Mediendienstes Integration.

Das Bildungs- und Qualifikationsniveau in der Ukraine sei hoch, die Voraussetzungen für eine Integration in den Arbeitsmarkt hierzulande günstig, betonte Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ob die Integration tatsächlich gelinge, hänge maßgeblich von der Anerkennung von Berufsabschlüssen und -erfahrungen der Frauen ab sowie von den Möglichkeiten des Spracherwerbs.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. April sind nach neusten Erkenntnissen mehr als 600 000 ukrainische Staatsangehörige in Deutschland erfasst worden. Wie viele es genau sind, ist aber unbekannt. Bei den erwachsenen Kriegsflüchtlingen handelt es sich überwiegend um Frauen, viele kommen mit ihren Kindern.

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