Experten: Trump punktete mit Anti-Kommunismus-Rhetorik bei Floridas Latinos

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Trump-Anhänger in Miami
Trump-Anhänger in Miami

Der eindeutige Sieg von US-Präsident Donald Trump im umkämpften Schlüsselstaat Florida geht laut Experten-Einschätzung auf sein Umwerben der Latino-Bevölkerung mit scharfer Kritik an den linken Regierungen in Lateinamerika zurück. Die "enge Beziehung" des Amtsinhabers zu den kubanischen und venezolanischen Gemeinden in Miami habe "das Gleichgewicht zugunsten von Trump gekippt", sagte Jorge Duany, Leiter des kubanischen Forschungsinstituts an der Universität FIU, der Nachrichtenagentur AFP in der Wahlnacht. 

Auch sein FIU-Kollege, der Politikwissenschaftler Eduardo Gamarra, sieht die Niederlage der Demokraten durch die vielen nicht gewonnenen Stimmen unter den Latinos begründet, die 20 Prozent der Bevölkerung in dem Staat ausmachen. 

"Die Demokraten verloren die hispanische Abstimmung", sagte Gamarra. Nicht nur die Kubaner, welche die große Mehrheit der Latinos in Florida ausmachen und die traditionell den Republikanern nahestehen, wählten Trump. Auch die Venezolaner, Argentinier, Bolivianer und Kolumbianer hätten für den Präsidenten gestimmt.

In Miamis Stadtteil Little Havana hörten Dutzende Kubaner am Dienstagabend (Ortszeit) Salsa-Musik und schwenkten US-Flaggen, als sie Trumps Sieg in Florida feierten. Freiheit für Kuba!" rief eine Frau vor TV-Reportern. Viele der Kubaner in dem südlichen Bundesstaat verabscheuen die kommunistische Regierung in Havanna. Trump punktete bei ihnen mit seiner anti-sozialistischen Rhetorik.

Die Anti-Rassismus-Proteste, die nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt im Mai die USA erschütterten, hätten die Latinos in Florida nicht dazu bewogen, für Biden zu stimmen, sagte Gamarra weiter. Ganz im Gegenteil: Dem Wissenschaftler zufolge schadete die "Black Lives Matter"-Bewegung Biden in Florida. Die Latinos dort würden sich nicht mit den Schwarzen in den Vereinigten Staaten identifizieren. 

Biden habe den Wahlkampf in Florida außerdem nur zögerlich geführt und auf Trumps Darstellung als das Gesicht der extremen Linken, die den Sozialismus in den USA einführen würde, nur langsam reagiert, fügte er hinzu. 

Mit dem Erfolg in Florida gewann Trump 29 Wahlleute-Stimmen und machte damit einen wichtigen Schritt im Rennen um die Präsidentschaft. Der Präsident hatte auf vielen Kundgebungen im sogenannten Sunshine State für sich geworben.

mkü/ju