Experte Vöpel zum Neymar-Deal: "Bayern und Dortmund müssen mitmachen"

Der Neymar-Wechsel ist mit einer Mega-Ablösesumme verbunden. Ein Wirtschaftsexperte meint, dass auch die Top-Klubs der Bundesliga nachziehen werden.

Bundesligisten wie Bayern München und Borussia Dortmund dürfen sich nach Ansicht von Henning Vöpel dem aktuellen Transferwahnsinn im Weltfußball nicht verschließen, wenn sie auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben wollen. "Wir erleben ein 'rat race', ein Rattenrennen", sagte der Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Interview mit der Welt. "Wer jetzt mit einer starken Marke auftritt, kann sich für die Zukunft Märkte erschließen, und dieses Spiel ist es, was gerade gespielt wird zwischen den großen Vereinen", so der Volkswirtschaftsprofessor, der die Sportökonomik zu seinen Spezialgebieten zählt.

"Jetzt werden die Grundlagen gelegt, und dazu können sich riesige Investitionen, auch in der Höhe wie bei Neymar, durchaus lohnen", sagte Vöpel in Bezug auf den jüngsten Transfer des brasilianischen Olympiasiegers, der für eine Ablösesumme von 220 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain gewechselt ist: "Das ist keine unmoralische Entwicklung. Es gibt strategische Überlegungen, die ein solches Investment als rational erscheinen lassen."

Wer als Klub nun nicht dabei sei und hoffe, in fünf Jahren einsteigen zu können, werde vermutlich leer ausgehen, prophezeit Vöpel: "Man kann gar nicht anders, als da mitzumachen. Und das gilt auch für Bayern und Dortmund. Die müssen da mitmachen, die müssen sich der Marktlogik unterwerfen." Wenn man den Marktkräften freien Lauf lasse, "bleiben am Ende weltweit vielleicht nur fünf Superklubs übrig", so der Experte.