Wissenschaftler: CDU könnte Status als Volkspartei verlieren

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Eine Wahlniederlage könnte für die CDU im parteipolitischen Desaster enden - das glaubt Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer. Beispiele aus dem europäischen Ausland gebe es genug.

Das Konrad-Adenauer-Haus, Bundeszentrale der CDU, in Berlin. (Bild: dpa)
Das Konrad-Adenauer-Haus, Bundeszentrale der CDU, in Berlin. (Bild: dpa)

Berlin - Der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer erwartet im Fall einer Wahlniederlage sehr schwere Konsequenzen für die Union und insbesondere für die CDU. 

"An der Schwelle"

"Es ist ganz klar, dass die CDU an der Schwelle steht, ihren Status als Volkspartei für immer zu verlieren", sagte Niedermayer dem "Tagesspiegel". In der Europäischen Union gebe es genug Beispiele für christdemokratische Parteien, die nach Wahldesastern zusammengebrochen seien und nie mehr zu alter Stärke zurückgefunden hätten. 

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Niedermayer sagte: "Ich vermute, dass man einen neuen Parteivorsitzenden braucht, wenn Armin Laschet die Union in die Opposition führt." Der Politologe erwartete auch langwierige Kursdiskussionen. Die Probleme der Union hingen nicht an nur an der Person Laschet, "sondern schlicht und einfach an der inhaltlichen Entkernung der Partei". Viele Wähler wüssten nicht mehr, wofür die Union heute stehe. 

Spitzenposition verloren

CDU und CSU haben ihre Spitzenposition in den Umfragen zuletzt an die SPD verloren. Kanzlerkandidat und CDU-Parteichef Laschet versucht drei Wochen vor der Wahl mit Unterstützung eines sogenannten "Zukunftsteams", eine Trendwende einzuleiten. 

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