Expedia: Zurück in den Aufwärtstrend dank neuem Vorstand

Benedikt Kaufmann
1 / 1
Expedia: Zurück in den Aufwärtstrend dank neuem Vorstand

Die Expedia-Aktie scheint nach den Kursverlusten im August und September einen Boden gefunden zu haben. Das mögliche Ende der Abwärtsbewegung wird durch den Strategiewechsel des neuen Vorstandsvorsitzenden Mark Okerstrom eingeläutet. Zusätzlich stützt der Börsengang der Expedia-Beteiligung Despegar die Kurse.

Die Online-Reiseagentur Expedia betreibt Webseiten in über 35 Sprachen und erwirtschaftet 40 Prozent des Umsatzes außerhalb der USA. Doch das ist dem neuen Vorstandsvorsitzenden Mark Okerstrom zu wenig. Der ehemalige Finanzchef übernahm den Posten nachdem Dara Khosrowshahi zu Uber wechselte und will nun die internationale Ausrichtung des Konzerns erhöhen. In einem Interview mit Skift wies Okerstrom auf Europa als einen der entscheidenden Märkte hin. Auf die Frage, ob es zu einer erneuten Übernahmewelle wie im Jahr 2015 kommen würde, antwortete Okerstrom: „Das ist schwer vorherzusehen, doch sag niemals nie.“

Neben den zahlreichen Zukäufen im Jahr 2015, wie Travelocity, Orbitz und HomeAway, sicherte sich Expedia damals für 270 Millionen Dollar Anteile am argentinischen Online-Reisebüro Despegar. Vergangenen Mittwoch ging Despegar in New York an die Börse – Expedia verkaufte die Anteile jedoch nicht. Einen Handelstag später kommt der Börsenneuling bereits auf eine Marktkapitalisierung von 2,07 Milliarden Dollar. Die 14,3 Prozent von Expedia sind damit bereits 296 Millionen Dollar wert. Ein guter Deal für Expedia.

Auf dem richtigen Weg

Es waren diese Deals, die Okerstrom als damaliger Finanzchef mit auf den Weg brachte und Expedia zu einem globalen Player aufsteigen ließ. Expedias Bilanz kann auch heute noch derartige Übernahmen verkraften – es liegen umsatz- und gewinnstarke Jahre hinter dem Online-Reisebüro. Ein erneutes Aufgreifen der Übernahmestrategie könnte zudem ein wirksames Mittel sein, um sich gegen neue Konkurrenten wie AirBnB und Google Travel durchzusetzen.

Das Absenken der Gewinnprognose von Trivago und die Marketingoffensive des großen Konkurrenten Priceline in den USA haben die Expedia-Aktie deutlich korrigieren lassen. Charttechnisch scheint die Korrektur jedoch bei 140,60 Dollar einen Boden gefunden zu haben. Das niedrigere Kursniveau bietet eine gute Chance nachzukaufen. Die Wachstumsaussichten auf dem wichtigen US-Online-Reisemarkt sind mit rund fünf Prozent für 2017 zwar schwächer als in den vorangegangenen Jahren, doch weltweit wird ein Branchenwachstum von rund 12 Prozent erwartet. Eine stärkere internationale Ausrichtung unter Okerstrom ist daher der richtige Weg.