Dieser exklusive Autohersteller könnte sich darauf vorbereiten, seine Produktion zu erhöhen

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Ist der Luxusautomobilhersteller Ferrari (WKN:A2ACKK) dabei, seine Produktion zu erhöhen? Das steht zumindest in einem kürzlich erschienenen Bloomberg-Artikel, in dem „Leute, die mit der Materie vertraut sind“, zitiert werden. Der Bericht ist glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass das erklärte Ziel des Unternehmens darin besteht, die Produktion von 2016 bis 2019 um rund 12 % zu steigern.

Die Investoren sind auf diese Aktie vor kurzem sehr scharf gewesen, und ich denke, dass das eine gute Sache sein könnte, wenn an dem Gerücht was dran ist.

Einen Gang höher schalten

Ferrari hat mehrere Möglichkeiten, um seine Finanzen zu verbessern. Das erste ist, mehr von seinen teuren 12-Zylinder-Superautos wie der LaFerrari zu verkaufen — zu einem Preis, der bei 1,4 Millionen US-Dollar beginnt, natürlich nur falls sich ein Käufer dafür findet. Dann gibt es da noch den FXX K Evo, ein Fahrzeug, das man nur auf der Rennstrecke einsetzen kann und das so exklusiv ist, dass ist gar keine Listenpreis hat. Der Vorgänger kostet ungefähr 3 Millionen US-Dollar.

Ein Supersportwagen bedeutet eine Super-Gewinnmarge, was ein Hauptgrund dafür ist, dass Ferrari in letzter Zeit den Gewinn erhöhen konnte.

Das dritte Quartal des Automobilherstellers war das jüngste in einer Reihe von starken Quartalsergebnissen: Der Reingewinn stieg im Jahresvergleich kräftig um 24 % auf 141 Mio. Euro, bei einem moderateren Umsatzanstieg um 7 % auf 836 Mio. Euro. Ausschlaggebend waren die Verkäufe dieser High-End-Automobile, die im Vergleich zum dritten Quartal 2016 einen kräftigen Anstieg von 27 % auf Stückzahl-Basis verzeichneten.

Die zweite Möglichkeit von Ferrari ist das Produktionsvolumen. Laut Bloomberg-Artikel strebt CEO Sergio Marchionne eine Verdoppelung der Schichten in der Werksmontage an. Die Kosten würden zwar steigen, aber das Unternehmen wäre in der Lage, sein Volumen zu erhöhen, um die Fundamentaldaten weiter steigen zu lassen.

Vor einigen Jahren erklärte Ferrari, dass man 2019 9.000 Autos pro Jahr herstellen wolle; der Zweischichtbetrieb würde dem Unternehmen helfen, dieses Ziel ein Jahr früher zu erreichen. Das wäre nicht gerade viel von der Produktionszahl 2017, die letztendlich bei 8.400 liegen sollte. Allerdings ist das für Ferrari ein gewaltiger Sprung.

Möglichkeit Nr. 3 ist die Einführung eines neuen Modells. Eher die Einführung einer völlig neuen Kategorie für Ferrari. Ein weiterer Punkt auf der Wunschliste von Marchionne ist ein Ferrari-SUV, den er kürzlich bestätigt hat. Nach seinen Worten wird Ferrari etwa zweieinhalb Jahre brauchen, um das Fahrzeug so weit zu entwickeln, dass es produziert werden kann.

Limitierte Auflagen, unbegrenzte Ambitionen

Fast seit dem Börsengang von Ferrari – es wurde von Fiat Chrysler Automobiles in einem Börsengang im Jahr 2015 abgespalten – sind die Investoren über das Wachstum besorgt.

Schließlich betrachten viele – darunter auch mein Foolischer Kollege John Rosevear – das Unternehmen eher als Luxusgüterhersteller denn als Autohersteller. Um diesen Status aufrechtzuerhalten, müssen die Waren begrenzt bleiben; die Produktionssteigerungen sind in der Regel gering und unbedeutend.

Das ist es, was das Unternehmen von seinen theoretischen Konkurrenten unterscheidet. Nehmen wir zum Beispiel das ehemalige Mutterunternehmen Fiat Chrysler. Auch wenn es nicht so gigantisch ist wie einige seiner Kollegen, so ist es doch ein großes Unternehmen. Das Unternehmen beschäftigt 231.000 Mitarbeiter, hat 162 Fabriken und verkaufte im Jahr 2016 4,7 Millionen Autos. Das ist das 590fache Produktionsvolumen von Ferrari.

Ferrari kann seine Produktion nicht auf das Niveau von Fiat Chrysler bringen. Der große Vorteil ist, dass sogar eine kleine Produktionserhöhung die Zahlen stark erhöhen würde. Das haben wir bei den Hochpreis-Modellen schon gesehen. Und die Nachfrage ist sehr groß – Ferrari hat zum Beispiel eine fünfjährige Kunden-Warteliste für seinen 12-Zylinder 812 Superfast.

Marchionne wird offenbar Anfang nächsten Jahres den strategischen Plan von Ferrari enthüllen. Ich wäre überhaupt nicht schockiert, wenn die Produktionserhöhung der zentrale Teil des neuen Plans wäre. Ich würde auch erwarten, dass sich das Unternehmen weiterhin auf diese High-End-Modelle konzentriert, und ich würde mir vorstellen, dass der SUV in Kürze aus der Fabrik rollen wird.

Diese Maßnahmen dürften die Fundamentaldaten weiter beflügeln.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Eric Volkman auf Englisch verfasst und am 19.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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