Ex-US-Präsident Clinton: USA sind für Nafta-Mängel verantwortlich

dpa-AFX

GUADALAJARA (dpa-AFX) - Der frühere US-Präsident Bill Clinton ist nach eigenem Bekunden davon überzeugt, dass sein Land für viel diskutierte Mängel beim Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) verantwortlich ist. Die USA hätten praktisch nichts getan, seitdem der Vertrag mit Kanada und Mexiko im Jahr 1994 in Kraft getreten sei, sagte Clinton der Zeitung "Reforma" (Sonntag) aus dem mexikanischen Guadalajara. "Wir haben nicht das Nötige gemacht, um zu verhindern, dass die Menschen Probleme haben", befand der Demokrat. Nafta trat während Clintons Amtszeit (1993-2001) in Kraft.

Der aktuelle US-Präsident Donald Trump hat das Abkommen mehrfach als Hauptgrund für den Verlust von Arbeitsplätzen in der US-amerikanischen Industrie bezeichnet. Die drei Staaten verhandeln Nafta derzeit auf Druck der Vereinigten Staaten neu. Trump hat bei einem Scheitern der Gespräche mit einem Ausstieg der USA gedroht.

Nafta ist das größte Freihandelsabkommen der Welt. Der Binnenmarkt der USA sowie von Kanada und Mexiko umfasst 460 Millionen Menschen und verfügt über eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von umgerechnet rund 16,8 Billionen Euro. Der trilaterale Handel hat sich seit Inkrafttreten des Abkommens auf rund 930 Milliarden Euro vervierfacht.