Ex-Trainer Lorant rechnet mit 1860 ab und verteidigt Ismaik

Mit dem Start in der Regionalliga versucht man bei den Löwen einen Neuanfang. Nun sprach Kult-Trainer Lorant Klartext über seinen Ex-Klub.

Die Lage beim TSV 1860 München ist nach wie vor schlecht. Nachdem die Löwen keine Lizenz für die 3. Liga erhalten haben, startet der Zweitliga-Absteiger in der kommenden Saison aller Voraussicht nach in der Regionalliga. Nun sprach Kult-Trainer Werner Lorant Klartext.

"Was in dem Verein passiert, ist eine einzige Katastrophe. Ich sehe seit fünf Jahren kein Konzept! Ich höre immer nur Blablabla. Was haben die Leute gearbeitet, die eine Verantwortung für diesen wunderbaren Verein haben? Ich sehe nur Schutt und Asche", wetterte Lorant gegenüber dem Portal dieblaue24.

Die Verantwortlichen hätten das Vertrauen von zehntausenden Fans missbraucht, schimpfte Werner Beinhart weiter. Es müsse nun aufgeräumt werden im Verein und Leute ans Ruder, die mit Herzblut dabei sind.

Lorant: "Du brauchst Leute wie Wildmoser"

"Du brauchst Leute, die Tag und Nacht für den Verein arbeiten. Wie früher Karl-Heinz Wildmoser. Wenn ich lese, dass der Verwaltungsratsvorsitzende lieber Rapid Wien anschaut, als seinen eigenen Verein zu retten, dann fehlen mir die Worte", so der 68-Jährige.

Was Lorant meint: Peter Cassalette, der bis vor wenigen Wochen Präsident der Löwen war, hatte Verwaltungsratsboss Dr. Markus Drees vorgeworfen, in den Tagen vor und nach dem Abstieg von 1860 nicht in der Geschäftsstelle aufgetaucht zu sein. Stattdessen hätte Drees ein Spiel von Rapid besucht.

Lorant verteidigt Ismaik

Unterdessen verurteilte Lorant die herbe Kritik am jordanischen Löwen-Investor Hasan Ismaik: "Was mir überhaupt nicht gefällt, ist, dass jetzt Funktionäre mit dem Finger auf Hasan Ismaik zeigen und sagen: 'Der war es!' Das ist charakterlos."

Lorant, der von 1992 bis 2001 1860-Coach war und den Klub bis in die Champions-League-Qualifikation geführt hatte, stellte klar: "Alle sind verantwortlich dafür, dass 1860 abgestürzt ist. Die Leute haben sich in den letzten Jahren immer nur hinter Ismaik versteckt und sich von seinem Geld bedient - und jetzt versteckt sich der Verein hinter der Witz-Regel 50+1, die in Deutschland längst eine Scheinregel ist."