Ex-Trainer über Neymars Probetraining bei Real Madrid: "Das war nicht normal in dem Alter"

Heute spielt Neymar bei PSG und gilt als kommender Weltfußballer. 2006 absolvierte der Brasilianer jedoch ein Probetraining bei Real Madrid.

Im Alter von 14 Jahren absolvierte Neymar ein Probetraining bei Real Madrid. Gegenüber Goal äußerten sich zwei Trainer, die damals dabei waren.

Jesus Gutierrez war damals, im Februar 2006, für zehn Tage der Trainer des Brasilianers. Noch heute schwärmt er von ihm: "Am ersten Tag schien er wie ein kleines Kind zu sein, dünn, schüchtern, still. Aber als er auf dem Platz stand, war es, als wäre er schon sein ganzes Leben Teil des Teams gewesen. Er hinterließ schnell einige Hinweise darauf, was man von ihm erwarten kann." Seine heutigen Stärken, so der Spanier weiter, habe man auch damals schon gesehen: Stark mit beiden Füßen, gutes Passspiel, gutes Dribbling, guter Abschluss.

"Das ist nicht normal in dem Alter"

Schnell sprach sich damals in der Akademie herum, dass die Königlichen da ein Juwel in einem ihrer Jugendteams haben. So musste Gutierrez ab dem zweiten Training Freundschaftsspiele veranstalten, damit andere Trainer, die Neymar spielen sehen wollten, ihn auch beobachten konnten. Er lobt vor allem, dass der Stürmer bereits in jungen Jahren wusste, wie das Spiel funktioniert: "Das war nicht normal in dem Alter. Es war eine kalte Woche im Februar, aber es saßen immer Trainer und Führungskräfte auf der Tribüne. Es waren in dieser Woche mehr Menschen beim Training, als im Rest der Saison."

Einer der Zuschauer war Inaki Beni, damals Coach der U9. Er erinnert sich: "Man weiß in diesem Alter nie, ob der Spieler die höchste Klasse erreicht, aber was wir da gesehen haben, war ein Spieler von höchster Klasse. Ich erinnere mich an eine seiner ersten Aktionen und auf der Tribüne fragte man sich: 'Was zur Hölle war das?'"

Real Madrid wollte Neymar verpflichten

Durch diese Leistungen war auch schnell klar, dass Real ihn verpflichten wolle. "Ich war davon überzeugt, dass Real Madrid Neymar verpflichten müsse", erklärt Gutierrez. "Ich hatte einige talentierte Spieler in der Real-Akademie, aber er war der beste Spieler, den ich je hatte. Und Real wollte ihn auch verpflichten. Aber dann, so die Gerüchte, riefen sie bei Santos an und in Brasilien machten sie dem Spieler ein Angebot, das ihn zum bleiben bewegte." Insgesamt sei es nicht die Schuld der Blancos gewesen, dass ein Transfer nicht klappte.

Nachdem Neymar seine Entwicklung bei Santos fortsetzte, zog es ihn 2013 für 88,2 Millionen Euro zum Rivalen, dem FC Barcelona. Letzten Sommer legte Paris Saint-Germain 222 Millionen Euro für den heute 26-Jährigen auf den Tisch. Für Jesus Gutierrez bleibt bei Real derweil nur die Erinnerung an ein großes Talent: "Ich fühle, dass Neymar der 'Messi Real Madrids' hätte werden können, ein junger, ausländischer Spieler, sehr talentiert, der im Klub groß wird und ihn zehn Jahre lang als Leader anführt."

Daraus ist bekanntermaßen nichts geworden. Allerdings gibt es immer wieder Gerüchte, die Königlichen würden einen Wechsel des Brasilianers für die Zukunft anstreben