Ex-Soldat muss sich wegen mysteriösen Alpenmords verantworten

Nach mehreren mysteriösen Mordfällen in den französischen Alpen hat die Justiz einen Ex-Soldaten im Visier: Die Staatsanwaltschaft in Chambéry eröffnete gegen den 34-Jährigen ein Verfahren wegen des mutmaßlichen Mordes an einem Gefreiten

Nach mehreren mysteriösen Mordfällen in den französischen Alpen hat die Justiz einen Ex-Soldaten im Visier: Die Staatsanwaltschaft in Chambéry südlich von Genf eröffnete am Mittwoch gegen den 34-Jährigen ein formelles Ermittlungsverfahren wegen des mutmaßlichen Mordes an einem Gefreiten. Gegen den Ex-Soldaten wird bereits wegen des Verdachts auf Tötung einer Neunjährigen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass er noch für weitere Verbrechen verantwortlich sein könnte.

Der 24 Jahre alte Gefreite von den Gebirgsjägern war im April nach einem Besuch in einer Diskothek in Chambéry verschwunden. Er wurde das letzte Mal gesehen, als er per Anhalter in seine Kaserne zurückfahren wollte. Sein Schädel wurde im September gefunden. Aufgrund der Auswertung von Handydaten und Autokennzeichen gehen die Ermittler davon aus, dass sich der Verdächtige am gleichen Ort wie das Opfer befand.

Der frühere Soldat leugnet bisher jede Verantwortung, wie auch im Fall der Neunjährigen. Sie war Ende August während einer Hochzeitsfeier in der ostfranzösischen Gemeinde Pont-de-Beauvoisin am Fuße der Alpen verschwunden. Der Verdächtige hatte an der Feier teilgenommen. Die Ermittler werteten Überwachungsvideos aus, die ihn im Auto mit einer Beifahrerin zeigen, womöglich dem Mädchen.

Der Staatsanwalt von Chambéry, Thierry Dran, betonte, die Ermittler würden nun "alle beunruhigenden Vermisstenfälle in der Region" untersuchen. Unaufgeklärt ist auch ein Vierfachmord auf einem Waldparkplatz nahe der Ortschaft Chevaline bei Annecy, bei der die Opfer 2012 mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet wurden.