Ex-Siemens-Chef baut saudi-arabische Megastadt


Prominente Personalie für ein Milliarden-Projekt in Saudi-Arabien: Der geschasste Arconic-CEO und ehemalige Siemenschef Klaus Kleinfeld soll Chef des Stadtbau-Projekts „Neom“ in Saudi Arabien werden. Das teilte das Unternehmen via Twitter mit.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte am Dienstag bei einem Konferenz in Riad angekündigt, für mehr als 500 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) eine futuristische Megastadt am Roten Meer bauen zu wollen.

„Neom“ ziele durch die Förderung verschiedener Wirtschaftsbereiche wie Biotechnologie, Energie und Wasser oder die mediale Entwicklung darauf ab, die Ökonomie des Landes unabhängiger vom Öl zu machen.


Die Pläne sind noch recht vage: Doch gigantische Solarkraftwerke und Stromspeicher sollen beispielsweise die Stromversorgung der Mega-City sicherstellen. Der Verkehr soll emissionsfrei und voll automatisiert geregelt sein. „Neom“ soll zudem Forschungsstandort für Biotechnologie, Nanotechnologie, Robotik und E-Mobilität werden.

Das Budget für das Projekt, das Teil des saudi-arabischen Wirtschaftsumbaus „Vision 2030“ ist, ist mit 425 Milliarden Euro in etwa so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt von Polen. Die erste Bauphase soll 2025 abgeschlossen sein. Das Geld soll von der Regierung, dem saudi-arabischen Staatsfonds PIF sowie von in- und ausländischen Investoren aufgebracht werden. Der Golfstaat will sich mit der Ansiedlung anderer Industrien weniger abhängig vom Öl-Export machen.


Die Mega-City solle außerhalb der herrschenden politischen Rahmenbedingungen entstehen: Investoren und Unternehmen sollten bei allen Planungsdetails eingebunden werden, hieß es weiter.

Die Pläne umfassen auch eine Brücke über das Rote Meer nach Ägypten und den afrikanischen Kontinent. Insgesamt sehen die Pläne eine Fläche von 26.500 Quadratkilometern für dei Megastadt vor, das ist größer als das Bundesland Hessen. Ein Teil der Stadt solle auch in den Jordan und nach Ägypten reichen. „Neom“ solle die erste unabhängige Sonderzone werden, die sich über drei Länder erstrecke.


„Neom liegt an einer der wichtigsten ökonomischen Arterien der Welt, durch die nahezu ein Zehntel des weltweiten Handels fließt“, sagte Kronprinz Mohammed weiter. „Seine strategische Lage wird die Entwicklung der Sonderzone zu einem globalen Wirtschaftszentrum fördern.“

Der designierte „Neom“-Chef Klaus Kleinfeld hatte zuletzt die Abspaltung von Arconic vom US-Aluminiumkonzern Alcoa vorangetrieben. Im April 2017 musste er nach einer Schlammschlacht mit dem aktivistischen Investor Paul Singer gehen.